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Bodenproben aus Bosnien-Herzegowina und Irak: UNEP will nach Spuren von Uran-Munition suchen

zuletzt aktualisiert: 11.01.2001 - 13:57

Genf (dpa). Der Direktor der UN-Umweltorganisation (UNEP), Klaus Töpfer, will möglicherweise auch in Bosnien-Herzegowina und im Irak nach Spuren von Uran-Munition suchen. Die Entscheidung darüber könne aber erst fallen, wenn UNEP die im Kosovo genommenen Boden- und Staubproben analysiert habe, sagte der ehemalige deutsche Umweltminister am Donnerstag in Genf.

Töpfer und der Leiter der UNEP- Balkan-Task-Force, Pekka Haavisto, kritisierten unterdessen den nachlässigen Umgang der NATO mit Munitionsresten im Kosovo.

"Wir waren sehr überrascht, als wir panzerbrechende Munition entdeckten, die im Kosovo einfach so herumlag - an Orten, wo Kinder spielten und Kühe grasten", sagte Haavisto. Die Zivilbevölkerung sei von der NATO zwar vor Minen gewarnt worden, aber nicht vor Uran- Munition. "Nicht einmal die elf Stellen, die von UNEP untersucht wurden, waren markiert", kritisierte Töpfer.

Abwurfstellen sollten markiert werden

Wenig hilfreich sei es auch gewesen, dass die NATO seiner Organisation erst nach Monaten und einer Intervention von UN- Generalsekretär Kofi Annan die Abwurfstellen ihrer Uran-Geschosse genannt habe. "Seither ist die Kooperation der NATO jedoch deutlich besser", betonte Töpfer. Zu der Frage, ob die das Bündnis künftig keine Uranmuniton mehr benutzen sollte, wollte sich der UNEP-Direktor nicht äußern. Er betonte jedoch, an den jeweiligen Abwurfstellen sollten als Vorsichtsmaßnahme endlich Markierungen und Absperrungen angebracht werden, auch wenn über die Gefährlichkeit der uranhaltigen Geschosse noch keine endgültigen Erkenntnisse vorlägen.

NATO-Generalsekretär George Robertson hatte am Mittwoch unter Berufung auf vorläufige Untersuchungsergebnisse von UNEP und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, es gebe keine Beweise für "wesentliche Gesundheitsgefahren" durch abgereichertes Uran. Töpfer betonte dagegen, für eine Entwarnung sei es vor Abschluss der UNEP- Untersuchung noch zu früh.

Quelle: RPO Archiv

 
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