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Umstrittenes Pflanzenschutzmittel
Unkrautgift Glyphosat entzweit große Koalition

Berlin. Die für Mittwoch geplante Entscheidung der EU zum weiteren Einsatz des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat hat in der großen Koalition Ärger ausgelöst. Die Union will der geplanten Verlängerung für den Einsatz zustimmen, während sich die SPD dagegen stemmt.

Ohne Einigung würde sich Deutschland bei der entscheidenden Ausschusssitzung enthalten. Das hätte zur Folge, dass die Verlängerung nicht erteilt wird. Die aktuelle Genehmigung läuft am 30. Juni aus.

Zunächst trat die Regierung für den weiteren Einsatz von Glyphosat ein. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte aber vergangene Woche, es müsse erst zweifelsfrei geklärt sein, ob Glyphosat unbedenklich sei. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) warf ihr eine "Rolle rückwärts" vor.

Landwirt erwarten eine Wiederzulassung 

Unterdessen machen die Bauern Druck. "Alle mit der Bewertung befassten Behörden kommen zum Schluss, dass bei sachgemäßer Anwendung keine negativen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt zu verzeichnen sind", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. "Weil die unabhängige und wissenschaftliche Risikobewertung zu diesem Ergebnis kommt, erwarten wir eine Wiederzulassung." NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) sprach indes von "berechtigten Zweifeln". Unbestritten sei, dass Glyphosat in zu großen Mengen aufgetragen werde.

(may-/qua)
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