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Unrealistische Vision

Helmut Schmidt hat mal gesagt: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." Willy Brandt hatte Visionen - etwa die vom "blauen Himmel über der Ruhr". Die Entwicklung hat ihm tatsächlich Recht gegeben. An ihn knüpft ganz bewusst die nordrhein-westfälische SPD mit ihrem Vorstoß für eine völlig neue Stadt im rheinischen Braunkohlerevier an. Die Genossen schwärmen bereits von der "globalen Ausstrahlungskraft" der auf dem Reißbrett gestalteten Region. Von Detlev Hüwel

Geht's nicht eine Nummer kleiner? Schließlich wurden und werden immer noch viele Menschen umgesiedelt, die dem Tagebau weichen müssen. In ihren neuen Wohnorten ist noch längst nicht alles zum Besten bestellt. Es fehlt zumeist das, was Städteplaner als essenziell für eine Stadt bezeichnen: Urbanität. Damit ist gewissermaßen ein Grundrauschen aus positivem Lebensgefühl und Heimatverbundenheit gemeint. Das muss wachsen und lässt sich nicht erzwingen. Retortenstädte wie in China oder Kasachstan können wir uns nicht ernsthaft wünschen. Der Vorstoß der SPD ist eine unrealistische Vision.

Quelle: RP
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