1988 gingen US-Panzer in Flammen auf: Uran-Munition: Bayern will nach Unfällen Gebiete untersuchen
zuletzt aktualisiert: 18.01.2001 - 12:01Gollhofen/Altertheim (dpa). Nach dem Bekanntwerden zweier Unfälle mit uranhaltiger Munition in Franken will das bayerische Landesamt für Umweltschutz (LfU) die betroffenen Gebiete auf mögliche radioaktive Strahlung untersuchen. Das teilte LfU-Sprecher Christian Tausch am Donnerstag auf Anfrage mit. Bei einem Manöver im September 1988 waren zwei mit uranhaltiger Munition bestückte US-Panzer in Flammen aufgegangen. Die Unfälle ereigneten sich nach Informationen des bayerischen Umweltministeriums im Abstand von nur drei Tagen im mittelfränkischen Gollhofen und im unterfränkischen Altertheim.
Die Messungen des Umweltamtes sollen in den nächsten Wochen erfolgen, sobald die Unterlagen der US-Streitkräfte zu den Vorfällen vorliegen. Erst dann könne ein genaues Messprogramm aufgestellt werden. "Es ist eine wichtige Frage, welche Art von Waffen sich in dem Fahrzeug befunden hat", erläuterte der LfU-Sprecher. Erst dann könne festgelegt werden, nach welcher Art von Strahlung man forschen müsse.
Eine erste Messung des Landratsamtes Neustadt/Aisch hatte am Mittwoch keine Hinweise auf eine erhöhte Strahlung ergeben. Das Landratsamt hatte die Untersuchung auf eigene Faust vorgenommen, um rasch Klarheit über eine mögliche Umweltgefährdung zu bekommen. Die Messung erfolgte allerdings mit einem Gerätetyp, der seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl in allen bayerischen Landratsämtern bereit liegt und nicht die gesamte Bandbreite radioaktiver Strahlung erfasst.
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