Studie untersuchte Urinproben von 121 Soldaten: Uran-Munition: Deutsche Soldaten nicht beeinträchtigt
zuletzt aktualisiert: 12.01.2001 - 16:04Bonn (dpa). Deutsche Kfor-Soldaten wurden nach Auffassung von Wissenschaftlern durch Uran-Munition im Kosovo nicht beeinträchtigt. Zu einem entsprechenden Ergebnis kommt eine im Auftrag des Verteidigungsministeriums erstellte Studie des Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (GSF), die am Freitag in Bonn vorgestellt wurde.
Eckard Werner von der GSF erklärte vor Journalisten, die bisherigen Untersuchungen der deutschen Soldaten hätten keinen Hinweis darauf ergeben, dass sie mit abgereichertem Uran belastet worden sind.
Im Kosovo-Krieg hatten die Amerikaner auch Munition mit abgereichertem Uran gegen gepanzerte Ziele eingesetzt. Werner erläuterte, dass deutsche Soldaten sowohl vor als auch während ihres Einsatzes im Kosovo untersucht worden sind. Es seien Urinproben von 121 Soldaten ausgewertet worden. Dabei habe sich keinerlei Belastung gezeigt.
Keine Gesundheitsgefährdung bei Ksosovo-Kontingent
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse der Studie zeigen nach den Worten Werners, dass eine Gesundheitsgefährdung bei den Angehörigen des deutschen Kontingents im Kosovo nie bestanden habe. Werner empfahl allerdings, die im Kosovo lebenden Menschen auf die mögliche Gefährdung durch Uran auch im Hinblick auf dessen chemisch- toxische, also giftige Effekte hinzuweisen.
Oberfeldarzt Dirk Densow von der Bundeswehr teilte mit, es seien sechs Fälle von Erkrankungen des Blut bildenden und lymphatischen Systems bei deutschen Soldaten gemeldet worden, die auf dem Balkan im Einsatz waren. Bei der Zahl der Soldaten, die im Einsatz waren, seien statistisch sieben bis zehn Erkrankungen im Jahr zu erwarten. Ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz und der Erkrankung an einer bösartigen Neubildung des Blut bildenden oder lymphatischen Systems "kann nicht nachvollzogen werden", erklärte Densow. Christian Streffer vom Institut für Wissenschaft und Ethik der Universitäten Bonn und Essen meinte, das mit der im Kosovo aufgetretenen Dosierung des Urans verbundene Leukämie-Risiko "ist sehr gering und nicht messbar".
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