ARD-Magazin "Monitor": Uran-Munition soll Krebs erregendes Plutonium enthalten
zuletzt aktualisiert: 16.01.2001 - 17:45Köln (AP): Die auf dem Balkan durch NATO-Kampfflugzeuge verschossene Uranmunition könnte Krebs erregendes Plutonium enthalten. Dies berichtete das ARD-Magazin "Monitor" am Dienstag in Köln vorab.
Das Magazin berief sich auf eine Untersuchung des US- Verteidigungsministeriums vom Dezember 2000. Darin heiße es, dass "das abgereicherte Uran, das dem US-Verteidigungsministerium vom US-Energieministerium zur Munitionsherstellung übergeben wurde, Spuren von Plutonium enthalten kann".
Zur Begründung heißt es weiter, das auf dem Balkan verschossene Uran sei ein Abfallprodukt aus Anlagen der US-Streitkräfte zur Atomwaffenproduktion. Laut US-Energieministerium, das diese Anlagen betreibe, werde das für die Munition verwendete Uran dabei zwangsläufig ("routinely") mit Plutonium verunreinigt. In einem Schreiben, das "Monitor" vorliegt, hatte das US-Energieministerium bereits im Januar 2000 darauf hingewiesen, "dass das abgereicherte Uran Spuren von Plutonium enthält".
Plutonium ist eine hochgiftige Substanz, die bereits in geringsten Mengen stark Krebs erregend ist. Wolfgang Köhnlein, stellvertretender Vorsitzende der Strahlenschutzkommission der Bundesregierung, hält es für möglich, dass die vermehrt aufgetretenen Leukämie-Fälle unter NATO-Soldaten sowie die Erhöhung der Krebsrate unter der Zivilbevölkerung in manchen Regionen Bosniens auf das Plutonium in der US-Munition zurückzuführen sind: "Schon kleinste Mengen von Plutonium können erhebliche gesundheitliche Schäden hervorrufen."
Weiter berichtete das Magazin, mehrere ihm vorliegende Studien der US-Armee bestätigten, dass die im Bosnien- und im Kosovo-Krieg verschossene Uran-Munition Krebs hervorrufen könne. In Tierversuchen hätten Militärwissenschaftler am Armed Forces Radiobiology Research Institute (AFRRI) in Bethesda, Maryland, bereits 1998 nachgewiesen, dass verschossene Uranmunition die Ursache für Krebs sein könne. Am selben Forschungsinstitut habe man in der Zwischenzeit auch nachgewiesen, dass auch menschliche Zellen durch abgereichertes Uran zu Krebszellen mutierten.
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