30 Kinder bei Schulbusunfall in Niederbayern verletzt: Ursache: Starker Seitenwind und zu hohe Geschwindigkeit
zuletzt aktualisiert: 21.01.2000Deggendorf (AP). Bei einem Schulbusunfall im niederbayerischen Landkreis Deggendorf sind 30 Kinder zum Teil schwer verletzt worden. Nach Polizeiangaben geriet der Doppeldeckerbus am Freitagmorgen bei starkem Seitenwind von der schneeglatten Fahrbahn ab und stürzte auf einem Acker um. Offenbar war der Bus auch zu schnell.
Die Feuerwehr musste drei eingeklemmte Kinder befreien. Davon wurden zwei Schüler im Alter von neun und zwölf Jahren mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser nach Straubing und Regensburg gebracht. Sie waren am Mittag auf dem Weg der Besserung. Das dritte eingeklemmte Kind und zehn weitere wurden mit Prellungen, Schnittwunden und Schockzuständen in Krankenhäuser gebracht.
17 Kinder wurden leicht verletzt. Wie ein Polizeisprecher berichtete, war der Bus kurz vor 08.00 Uhr auf einer Gemeindestraße von Langenamming in Richtung Osterhofen-Altenmarkt unterwegs. Er war mit rund 60 Schülern der Grund- und Hauptschule Osterhofen besetzt. Am Steuer saß ein 41-jähriger Mann, der unverletzt blieb. Er erlitt einen Schock. Der Bus war den Angaben zufolge mit einer Geschwindigkeit von 55 bis 60 Kilometern unterwegs. "Das war wahrscheinlich zu hoch für die Bedingungen", sagte der Sprecher. Rund zwei Stunden nach dem Unfall seien Windböen bis zu 100 Stundenkilometern gemessen worden. Außerdem sei die Straße mit Schneematsch überzogen gewesen.
Nach dem Unfall wurden die Kinder den Angaben zufolge in einer nahe gelegenen Schule untergebracht und betreut. Inzwischen seien sie bei ihren Eltern. Panik habe es am Unfallort nicht gegeben. "Die Kinder haben sich ganz vernünftig verhalten", sagte ein Sprecher der Polizei Plattling. "Die Älteren haben sich um die Jüngeren gekümmert." Vier Notärzte und zahlreiche Helfer von Rotem Kreuz und Feuerwehr seien vor Ort gewesen.
Wie ein Sprecher der Polizei Straubing betonte, werden die Ermittlungen noch tagelang andauern. Ein Gutachter sei bereits bestellt worden. Der Sachschaden betrage 300.000 Mark.
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