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Gao
Bundeswehr ohne Kampfauftrag in Mali

Gao. Die Verteidigungsministerin stimmt die Soldaten auf einen längeren Einsatz ein.

Die Bundeswehr wird sich im westafrikanischen Mali auch künftig nicht am Kampf gegen islamistische Terroristen beteiligen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) versprach gestern bei einem Besuch im gefährlichen Norden des Wüstenstaats, dass der Einsatz der gut 200 deutschen Soldaten dort auf eine UN-Friedensmission ohne Kampfauftrag beschränkt bleibt. Auch die birgt aber Risiken. "Es ist der gefährlichste UN-Einsatz, den Deutschland zurzeit hat", mahnte von der Leyen.

Zur Unterstützung der UN-Mission will die Ministerin in den nächsten Monaten fast 200 weitere deutsche Blauhelmsoldaten sowie die größten Bundeswehr-Drohnen vom Typ "Heron" nach Mali schicken. Die unbemannten Aufklärungsflieger israelischer Bauart mit einer Spannweite von 17 Metern setzt die Bundeswehr auch in Afghanistan ein. Für Mali sollen zwei bis drei zusätzliche Drohnen zur Überwachung der wichtigsten Verbindungsstraßen angemietet werden.

Von der Leyen betonte, ein Staatszerfall wie in Libyen müsse in Mali verhindert werden. Mali sei ein Schlüsselland in Westafrika. Sie stimmte die Soldaten auf einen längeren Einsatz ein. Der Norden Malis war 2012 für einige Monate in die Hände teils islamistischer Rebellengruppen gefallen. Anfang 2013 eroberten französische und afrikanische Truppen das Gebiet von der Größe Frankreichs zurück. Islamistische Gruppierungen terrorisieren die Gegend bis heute. Bekämpft werden sie von den französischen Streitkräften, die in der gesamten Sahelzone 3500 Soldaten gegen Terroristen einsetzen.

Die Bundeswehr beteiligt sich an zwei davon getrennten Militäreinsätzen. Seit 2013 bildet sie mit derzeit 200 Soldaten im Rahmen einer EU-Mission malische Streitkräfte im Süden aus. Ende Januar wurden die ersten deutschen Soldaten in den Norden geschickt.

(dpa)
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