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Persönlich
Ursula von der Leyen . . . nahm Syrer auf

Gewehre schießen schief, Hubschrauber rosten, nur die Hälfte der Kampflugzeuge fliegen und die Panzer sind zu alt - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (57) kam 2015 immer wieder in Erklärungsnöte. Und dann steht da seit August noch dieser Plagiatsvorwurf im Raum, dass sie bei ihrer Dissertation geschummelt habe. Zweifelsohne: Ein paar gute Nachrichten würden der Chefin der Bundeswehr den Jahreswechsel versüßen.

Und tatsächlich: Die frühere Familien-und Arbeitsministerin schüttelt kurz vor Weihnachten noch ein Ass aus dem Ärmel. Ein Herz-Ass, wenn man so will - ihren persönlichen Akt der Barmherzigkeit inmitten der Flüchtlingskrise.

Die "Supermutti" von sieben Kindern beherbergte zwischenzeitlich seit Herbst 2014 - also noch weit bevor die Flüchtlingskrise im politischen Berlin ankam - einen syrischen Flüchtlingsjungen. In ihrem Haus bei Hannover wohnte der heute 20-Jährige in einem eigenem Zimmer. Die Unions-Politikerin unterstützte ihn beim Deutsch lernen und stellte sich mit ihm sogar am Bürgeramt in die Schlange, um Asyl zu beantragen. Heute hilft der Mann, dessen Asylantrag bewilligt ist, der aber noch nie staatliche Leistungen angenommen hat, selber in Flüchtlingsheimen beim Übersetzen. Zudem macht er eine Ausbildung als Pilot, wohnt in seiner eigenen Wohnung, steht also auf eigenen Beinen. Deutsche Politiker sprechen bei solchen Fällen gerne von gelungener Integration, von einer Erfolgsgeschichte.

Bei so viel bürgerlichem Engagement darf von der Leyen durchhaus auf eine positive öffentliche Wirkung setzen. Und auch in der Partei dürfte sie mit Blick auf die Wahlen 2017 weiter Punkte sammeln. Wo die Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise mit ihrem Satz: "Wir schaffen das" jede Menge Kritik einheimst, stellt sich Flüchtlingshelferin von der Leyen mit der Geste hin: "Ich schaffe das." Kilian Treß

Quelle: RP
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