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Täter konnte entkommen: US-Diplomat in Jordanien erschossen

zuletzt aktualisiert: 28.10.2002 - 14:43

Amman (rpo). In Jordanien ist am Montag ein US-Diplomat erschossen worden, als er sein Haus in der Hauptstadt Amman verließ. Der Täter konnte entkommen.

Der 60 Jahre alte Mitarbeiter der amerikanischen Entwicklungshilfebehörde USAID wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen von sechs Kugeln getroffen, als er am Morgen um 7.30 Uhr Ortszeit vor seinem Haus in West-Amman ins Auto stieg. Er war sofort tot.

Die amerikanische Botschaft rief ihre in Jordanien lebenden Bürger nach dem Attentat zur Wachsamkeit auf und wiederholte eine Warnung vom 13. Oktober. Darin war von unbestätigten Hinweisen auf die von Terroristen möglicherweise geplante Entführung amerikanischer Bürger im Königreich die Rede gewesen. Jordanien gehört neben Israel und Ägypten zu den Hauptempfängern amerikanischer Hilfe im Nahen Osten.

Der Täter, der offenbar eine Pistole mit Schalldämpfer benutzte, konnte unerkannt entkommen. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein. Ein hoher Regierungsbeamter betonte, bei dem Schützen handele es sich um einen Einzeltäter.

"Dieser Vorfall ist, unabhängig vom Motiv, ein Angriff auf Jordanien und seine nationale Sicherheit", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Petra Informationsminister Mohammed Adwan. Die überwiegende Mehrheit der Jordanier lehnt die Vorbereitungen des US-Militärs für einen Krieg gegen ihr Nachbarland Irak ab. Dies und die aus Sicht vieler Araber pro-israelische Haltung der Regierung von US-Präsident George W. Bush im Nahost-Konflikt haben in der Region in den vergangenen Monaten zu einer neuen Welle des Anti-Amerikanismus geführt. Der jordanische König Abdullah II. hat sich mehrfach gegen einen US-Angriff auf den Irak ausgesprochen, gleichzeitig jedoch stets das enge Verhältnis seines Landes zu Washington betont.

Es war das erste Attentat auf einen US-Diplomaten in Jordanien. Seit der Unterzeichnung des jordanisch-israelischen Friedensabkommens 1994 hatte es mehrere Übergriffe auf israelische Diplomaten gegeben.

Quelle: RPO Archiv

 
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