Omas treffen Enkel Elian: US-Einwanderungsbehörde erkennt Besuchsrecht an
zuletzt aktualisiert: 26.01.2000Washington (AP). Im Rechtsstreit um den kubanischen Flüchtlingsjungen Elian hat die US-Einwanderungsbehörde ein Besuchsrecht der aus Kuba angereisten Großmütter anerkannt. Die Behörde wies am Dienstag den in Miami lebenden Großonkel des Sechsjährigen an, ein Treffen an einem neutralen Ort zu ermöglichen. Die Mutter des Jungen war Ende November vergangenen Jahres auf der Flucht von Kuba in die USA ertrunken. Elian wurde daraufhin trotz heftiger Proteste der kubanischen Regierung bei Verwandten in Florida aufgenommen.
Nach der Verfügung der Einwanderungsbehörde können Raquel Rodriguez und Mariela Quintana ihren Enkel am Mittwochnachmittag (22.00 Uhr MEZ) im Haus der Hochschulpräsidentin Jeanne O'Laughlin in Miami Beach sprechen. Die Einwanderungsbehörde entschloss sich zu der Verfügung, nachdem sich Elians Großonkel Lazaro Gonzalez geweigert hatte, ein Treffen außerhalb seines Hauses zuzulassen.
Die Großmütter, die sich seit einigen Tagen in den USA aufhalten, um für eine Rückführung ihres Enkels nach Kuba zu werben, trafen sich am Dienstag in Washington mit Kongressabgeordneten. Mit Tränen in die Augen forderten sie die Rückführung Elians zu seinem Vater. "Er gehört nach Kuba", sagte Mariela Quintana vor Journalisten. "Er ist in Kuba geboren und Staatsbürger Kubas." Der Mehrheitsführer im US-Senat, der Republikaner Trent Lott, und eine Gruppe von Parlamentariern des Staates Florida wollen jedoch noch in dieser Woche einen Gesetzentwurf im Kongress vorlegen, mit dem Elian die US-Staatsbürgerschaft gewährt werden soll.
Die Einwanderungsbehörde hat entschieden, dass der Junge zu seinem Vater nach Kuba zurückkehren müsse. Der Großonkel Elians hat vor einem Bundesgericht dagegen geklagt und will das Sorgerecht für den Jungen erlangen.
US-Firmen in Havanna
Ungeachtet der jüngsten Spannungen präsentieren sich US-Unternehmen erstmals seit vier Jahrzehnten wieder mit einer Ausstellung in Kuba. Auf der am Dienstag eröffneten Messe der Gesundheitsbranche zeigen 97 Firmen aus den Vereinigten Staaten ihre Produkte für medizinische Technik und Sanitätsbedarf. "Dies ist nur ein erster Schritt", sagte die kalifornische Kongressabgeordnete Maxine Waters bei der Eröffnungsfeier der US Healthcare Exhibition. Erschwert werden die Handelskontakte durch das weiterhin bestehende Handelsembargo der USA sowie Zahlungsschwierigkeiten Kubas. Im Gesundheitswesen haben die US-Behörden allerdings seit 1992 einzelne Verkaufslizenzen für die Lieferung von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung nach Kuba erteilt. Nach dem Ende der Ausstellung wollen die teilnehmenden Firmen viele ihrer gezeigten Erzeugnisse an staatliche Gesundheitseinrichtungen spenden.
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