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Amerikas Beteiligung entscheidend: US-Truppen bleiben auf dem Balkan

zuletzt aktualisiert: 24.07.2001 - 15:56

Camp Bondsteel/Skopje (rpo). US-Präsident George W. Bush hat bei seinem ersten Besuch im Kosovo ein Bekenntnis zur gemeinsamen Friedensmission der NATO auf dem krisengeschüttelten Balkan abgelegt.

Zugleich forderte er am Dienstag zum Abschluss seiner Europareise die Konfliktparteien im benachbarten Mazedonien zur Einhaltung der Waffenruhe und zu einer politischen Lösung auf. Auch die Beauftragten von EU und USA, Francois Leotard und James Pardew, appellierten angesichts der heftigen Kämpfe am Montag an die Konfliktparteien in Mazedonien, die Waffenruhe einzuhalten. Nur so könne der politische Dialog fortgesetzt werden, erklärten sie nach einem Treffen mit Mazedoniens Innenminister Ljube Boskovski in Skopje.

Bush schloss in einer Rede vor US-Soldaten im Camp Bondsteel einen einseitigen Truppenrückzug der USA aus Bosnien und dem Kosovo aus. "Wir sind zusammen gekommen, wir werden zusammen gehen", sagte er. Vor seiner Wahl hatte sich Bush kritisch zu einem dauerhaften Engagement der USA für die Friedenstruppen auf dem Balkan geäußert.

Bush forderte bei dem Truppenbesuch aber, mehr für den Aufbau der zivilen Institutionen im Kosovo zu tun. "Unser Ziel ist es, den Tag schneller herbeizuführen, an dem der Frieden selbsttragend wird, an dem lokale, demokratisch gewählte Gremien volle Verantwortung übernehmen. Dann können NATO-Truppen nach Hause gehen", sagte Bush. Die Wahlen im Kosovo im November sollten die Grundlage dafür schaffen.

Der US-Präsident forderte außerdem, den Rebellen der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) den Zugang zu Waffenquellen aus dem Kosovo weiter abzuschneiden. Die Provinz dürfe kein Schutzhafen für die Freischärler sein. Washington hat unter Bush einen Kurswechsel im Umgang mit albanischen Extremisten begonnen und 30 Albaner auf eine Schwarze Liste gesetzt. Die Milizenführer und Politiker dürfen damit keine Unterstützung der USA bekommen.

Bush will Lösung in Mazedonien

Der US-Präsident hatte mit zivilen und militärischen Friedenshelfern über die Lage in der Balkan-Krisenregion beraten. Er traf zum Auftakt seines Kurzbesuchs den Leiter der UN-Mission, Hans Häkkerup, und den Kommandeur der Friedenstruppe KFOR, den norwegischen General Thorstein Skiaker. Zu einem Treffen Bushs mit dem mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski kam es nicht. Bush kam auch nicht mit politischen Führern der Kosovo-Albaner zusammen.

"Camp Bondsteel" bei der Ortschaft Urosevac im Osten des Kosovo ist Hauptbasis für die US-Truppen in der Kosovo-Friedenstruppe KFOR. Von dort werden die Einsätze der mehr als 5000 US-Soldaten im Kosovo geführt. Die USA sind für den östlichen Sektor der von den Vereinten Nationen verwalteten Provinz Kosovo im Süden Jugoslawiens zuständig. Dieser grenzt an Mazedonien.

Im Nordwesten von Mazedonien war es am Montag rund um und in Tetovo selbst zu heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gekommen. Dabei wurden nach offiziellen Angaben drei Menschen - daunter ein Mädchen - getötet und mindestens 24 verletzt. Nach unbestätigten Angaben mazedonischer Medien soll es in den Dörfern um Tetovo weitere Tote gegeben haben. Am Dienstag war dort die Lage weitgehend ruhig. Es gab nur vereinzelte Schießereien.

Der NATO-Sonderbeauftragte in Mazedonien, Peter Feith, plante unterdessen ein Treffen mit dem Führer der albanischen Rebellen, Ali Ahmeti. Feith wolle die Rebellen zur Einhaltung der Waffenruhe bringen, teilten diplomatische Quellen der dpa in Skopje mit.

Quelle: RPO Archiv

 
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