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Washington
Donald Trump spaltet die Republikaner

Fotos: Tycoon, Unternehmer und Präsidentschaftskandidat
Fotos: Tycoon, Unternehmer und Präsidentschaftskandidat FOTO: afp, so
Washington. Immer mehr Parteifreunde verweigern dem Milliardär im US-Wahlkampf die Gefolgschaft. Von Frank Herrmann

Paul Ryan ist nicht nur der ranghöchste Republikaner, als Speaker des Repräsentantenhauses ist er auch der große republikanische Hoffnungsträger für die Ära nach Donald Trump. Neulich machte er Furore, weil er vor laufender Kamera sagte, er brauche noch Zeit, er sei noch nicht so weit, den Immobilienmogul im Wahlkampf zu unterstützen.

Es waren Sätze, die allein schon ahnen ließen, welch tiefer Riss durch die Reihen der amerikanischen Konservativen geht, auch wenn der Speaker sie drechselte, als hätte er gerade den Lehrgang einer Diplomatenschule besucht. Heute trifft sich Ryan erstmals mit Trump. Es ist wohl der Versuch, eine Art Burgfrieden zu schließen, bevor sich die "Grand Old Party" auf ihrem Nominierungsparteitag der Öffentlichkeit präsentiert.

Die ungeschriebenen Gesetze amerikanischer Wahlkämpfe schreiben eigentlich vor, sich in dem Augenblick um den Kandidaten zu sammeln, in dem dieser das Vorwahlrennen für sich entschieden hat. Diesmal greifen sie nicht. Diesmal sind die Republikaner nicht nur weit entfernt von jeder Scheinharmonie, sie erwecken sogar den Eindruck, als stünden sie kurz vor der Spaltung. Trump hat seine gesamte Kampagne darauf abgestellt, das politische Establishment zu einer Ansammlung notorischer Versager zu stempeln. Wenn man so will, hat das Establishment zurückgeschlagen, indem es Trump zu beachtlichen Teilen die Gefolgschaft verweigert.

Es ist nicht nur Ryan, der zögert und laviert, andere sind noch viel deutlicher in ihrem Urteil. Mitt Romney, 2012 der republikanische Bewerber fürs Oval Office, will nach heutigem Stand durch Abwesenheit glänzen, wenn der Konvent Trump im Juli offiziell zum Kandidaten kürt. Es wäre ein Affront ersten Ranges, überraschend käme es nicht. In der Hitze des Vorwahlgefechts war es Romney, der von der Seitenlinie aus die härtesten Attacken gegen Trump ritt: Der Mann sei eine Mogelpackung, ein Schwindler, dessen Versprechen keinerlei Wert hätten. Auch die beiden bis dato letzten republikanischen Präsidenten, George Bush senior und junior, geben zu verstehen, dass sie dankend auf eine Teilnahme verzichten, wenn der Milliardär im Konfettiregen des Wahlparteitags ins Finale gegen Hillary Clinton geschickt wird. Jeb Bush, der chancenlos ausgeschiedene Favorit der Parteigranden, geht noch einen Schritt weiter. Im November, sagt er, wolle er Trump seine Stimme verweigern.

Aber es gibt auch andere: Marco Rubio, der Senator aus Miami, erklärte dieser Tage, ihm den Rücken stärken zu wollen. Man müsse Trump unterstützen, um Hillary Clinton zu schlagen, sagte Rubio. Was die Gerüchtebörse prompt spekulieren lässt, ob er vielleicht damit liebäugelt, sich im Herbst um die Vizepräsidentschaft zu bewerben.

Quelle: RP
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