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Betrofffene Staaten regieren nicht auf die Berichte: USA planen neue Atomwaffen und Zielländer

zuletzt aktualisiert: 10.03.2002 - 19:35

Washington (rpo). Angesichts der Terrorbedrohung will die US-Regierung neue Atomwaffen entwickeln. Zudem hat sie, nach US- Zeitungsberichten, die Liste möglicher Zielländer erweitert. Bisher galten die von Präsident George W. Bush als "Achse des Bösen" bezeichneten Länder Iran, der Irak und Nordkorea als herausragende Gegner.

Ferner stünden Libyen, Syrien, China und Russland auf der Liste, berichteten die Zeitungen am Wochenende und zitierten dabei aus einem geheimen Pentagon-Dokument.

Außenminister Colin Powell bestätigte die Existenz des Berichts am Sonntag in einem Fernsehinterview, spielte seine Bedeutung aber herunter. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist auf kein Land auf dieser Erde routinemäßig eine US-Atomwaffe gerichtet", sagte Powell. Die Regierung müsse sich aber ständig auf neue Bedrohungen einstellen. "Es handelt sich um weise, militärische Planungen."

Die USA sähen sich mit neuen Situationen konfrontiert, die den Einsatz von Atomwaffen nötig machen könnten, zitiert die "New York Times" am Sonntag aus dem Bericht, "darunter ein irakischer Angriff auf Israel oder seine Nachbarn, ein Angriff Nordkoreas auf Südkorea oder eine militärische Konfrontation über den Status von Taiwan". Auch Iran, Syrien und Libyen stellten besondere Gefahren dar. China sei ein potenzieller Feind. Russland habe zwar ein umfangreiches Atomwaffenarsenal, doch werde die Gefahr einer Konfrontation mit Russland wesentlich geringer eingeschätzt.

   Mit Ausnahme Irans reagierten die genannten Staaten zunächst nicht auf den Bericht. Der frühere iranische Präsident Ali Akbar Haschemi- Rafsandschani forderte seine Landsleute auf, die Drohung aus Washington ernst zu nehmen.

"Wir haben immer gesagt, dass wir Staaten, die keine Atomwaffen haben, auch nicht mit Atomwaffen angreifen werden, wenn nicht bestimmte Umstände eintreten, etwa, dass sie sich mit Atomstaaten zusammentun oder mit solchen, die Massenvernichtungswaffen haben", sagte Powell.

Abrüstungsexperten skeptisch gegen US-Pläne

Der Bericht widmet sich auch der Entwicklung neuer, kleinerer Atomwaffen, um etwa unterirdische Ziele zerstören zu können. Mindestens 70 Länder nutzten bereits unterirdische Labore und Bunker. So genannte raffinierte Bomben (smart bombs) mit kleinen Atomsprengköpfen könnten diese besser zerstören als konventionelle Bomben. Nach Angaben von Powell hat die Regierung das Pentagon beauftragt zu prüfen, wie vorhandene Waffen modifiziert oder modernisiert werden können, um sie wirkungsvoller zu machen. "Wir entwickeln keine brandneuen Waffen und wir planen auch keine neuen (Atom)tests", sagte Powell. Die USA haben den Atomteststopp- Vertrag bislang nicht ratifiziert.

Abrüstungsexperten warnten, dass solche Pläne die Welt destabilisieren könnten, weil sich andere Länder gezwungen sehen könnten, das selbe zu tun. "Dies ist Dynamit", zitiert die "Los Angeles Times" den Atomwaffenexperten der Carnegie-Friedensstiftung in Washington, Joseph Cirincione. "Damit werden Atomwaffen zu einem Werkzeug, um Krieg zu führen und nicht abzuschrecken."

Quelle: RPO Archiv

 
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