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Unklarheit über die Opferzahlen: USA ziehen Diplomaten aus
Saudi-Arabien ab

zuletzt aktualisiert: 14.05.2003 - 07:47

Washington/Riad (rpo). Über die Opferzahlen nach den verheerenden Bombenanschlägen in Riad herrscht weiterhin Unklarheit. Unterdessen haben die USA begonnen, den größten Teil  ihrer Diplomaten aus Saudi-Arabien abzuziehen. US-Präsident George Bush kündigte Vergeltung für die Anschläge an.

Das Außenministerium in Washington forderte am Dienstagabend alle Mitarbeiter der dortigen US-Vertretungen, die nicht unbedingt im Land bleiben müssen, ihre Familienangehörigen und alle anderen Amerikaner auf, Saudi-Arabien zu verlassen. Grund seien die Terroranschläge gegen Wohnanlagen westlicher Ausländer in Riad, hieß es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.  

Das Auswärtige Amt hat "weiterhin keine Hinweise auf deutsche Opfer" bei den verheerenden Bombenanschlägen mit Dutzenden Toten in Riad. Das teilte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin am Mittwochmorgen auf Anfrage mit. 

Bei der Serie von Selbstmordanschlägen auf drei Ausländer- Siedlungen in der saudischen Hauptstadt waren in der Nacht zum Dienstag möglicherweise über 90 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl nannte der amerikanische Vize-Präsident Richard Cheney. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte allerdings dazu, man könne diese Zahl derzeit nicht bestätigen. Ein Mitarbeiter des saudischen Innenministeriums hatte zuvor von 29 Toten und 194 Verletzten gesprochen. Unter den Toten sollen auch 9 Attentäter sein.

US-Präsident George W. Bush kündigte an, die Hintermänner der Anschläge zu fassen und zu bestrafen. Die Täter würden gefunden und zur Rechenschaft gezogen, erklärte Bush bei einem Vortrag in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana. "Diese rücksichtslosen Anschläge erinnern uns daran, dass der Krieg gegen den Terror weitergeht", sagte der Präsident.

Der saudische Kronprinz Abdullah Ibn Abdelasis verurteilte die Anschläge aufs Schärfste. Die Täter und ihre Hintermänner seien nach islamischer Auffassung Sünder, sagte er am Dienstagabend in einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Rede an die Einwohner des Königreichs. "Diese Ereignisse können aber nicht die Stabilität dieser Gesellschaft gefährden", fügte er hinzu. Die gesamte Gesellschaft Saudi-Arabiens werde sich nun gegen die Terroristen richten.

Arabische Beobachter erklärten anschließend, der Kronprinz habe in seiner Rede indirekt die Anhänger der radikalen islamistischen Strömungen im Königreich angesprochen und ihnen klar gemacht, dass die Führung keine Gnade mehr mit Vertretern extremistischer Gruppierungen zeigen werde.


 
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