Ermittlungsrichter: Kein dringender Tatverdacht: Verdächtige im Berliner Bankenskandal wieder frei
zuletzt aktualisiert: 21.02.2002 - 09:47Berlin (rpo). Nach Ansicht der Richter liegt kein dringender Tatverdacht vor: Die beiden Geschäftsmänner, die am Mittwoch im Zusammenhang mit dem Berliner Bankenskandal verhaftetet wurden, sind wieder frei.
Wie die Berliner Justiz-Pressestelle mitteilte, wurden die unter dem Verdacht des Betruges und des versuchten Betruges in Millionenhöhe verhafteten Aubis-Geschäftsführer Klaus Hermann Wienhold und Christian Neuling noch am gleichen Tag wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Ermittlungsrichter habe nach einer umfassenden Stellungnahme Wienholds einen dringenden Tatverdacht nicht mehr als gegeben angesehen.
Beide Aubis-Geschäftsführer waren am Mittwoch nach monatelangen Ermittlungen überraschend verhaftet worden. Grundlage des Haftbefehls war laut Staatsanwaltschaft der Vorwurf, Wienhold und Neulinge hätten 1999 im Zuge von Sanierungsverhandlungen über das Kreditengagement von Aubis falsche Aussagen gemacht, um dadurch finanzielle Vorteile zu erlangen.
Im September waren die Geschäftsräume der Aubis-Gruppe sowie die Wohnungen der beiden Gesellschafter durchsucht worden. Die Durchsuchung war Teil einer bundesweiten Ermittlungsaktion der Staatsanwaltschaft. Betroffen waren Mitarbeiter und Geschäftspartner der angeschlagenen Berliner Bankgesellschaft.
Vor einem Jahr war bekannt geworden, dass der damalige CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky 1995 von den beiden Aubis-Gesellschaftern und ehemaligen CDU-Funktionären eine 40.000-Mark-Barspende angenommen und nicht ordnungsgemäß verbucht hatte. Ein Jahr später hatte Landowsky in seiner Eigenschaft als Vorstandssprecher der BerlinHyp, einer Tochter der mehrheitlich landeseigenen Berliner Bankgesellschaft, Aubis einen Kredit von 600 Millionen Mark (306,78 Millionen Euro) gewährt.
Was als Berliner CDU-Parteispendenaffäre begonnen hatte, weitete sich zur Berliner Bankenkrise aus, führte zum Sturz des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) und schließlich zum Machtwechsel zu Rot-Rot aus. Die Schieflage der Bankgesellschaft bescherte dem Berliner Haushalt eine zusätzliche Deckungslücke von rund fünf Milliarden Euro.
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