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Hintergrund: Sinkende Geburtenzahlen: Verdoppelung des Kindergelds angeregt

zuletzt aktualisiert: 22.07.2000 - 10:28

Düsseldorf (AP). Als Konsequenz aus den zurückgehenden Geburtenzahlen hat der CDU-Sozialpolitiker Hermann-Josef Arentz eine Verdoppelung des Kindergeldes gefordert. Es müsse "deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden, um das Land kinderfreundlich neu zu gestalten", sagte Arentz der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). Die Alternative sei "in 150 Jahren das Aussterben des eigenen Volkes".

Niemand dürfe mehr in die Sozialhilfe abrutschen, nur weil er Kinder habe, betonte Arentz, Vizevorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft und Mitglied des CDU-Präsidiums. Deshalb müsse gerade für untere und mittlere Einkommen die Leistung pro Kind "kräftig aufgestockt" werden. Die Größenordnung habe sich einerseits an der Sozialhilfe zu orientieren, andererseits an dem Betrag, den Bestverdienende an Nutzen aus dem Steuerfreibetrag zögen - dies seien ebenfalls rund 500 Mark im Monat.

"Wir müssen für alle auf einen Nettobetrag von 550 Mark je Monat und Kind kommen", meinte Arentz. Daneben verlangte er umfassende Angebote zur Kinderbetreuung sowie ein Umdenken in der Wirtschaft: Diese müssten sich mehr an Familienbedürfnissen orientieren.

Jürgen Dorbritz vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sieht die wichtigste Ursache für den Geburtenrückgang in der Benachteiligung der Frauen. Die Bedingungen, um Familie und Erwerbstätigkeit miteinander vereinbaren zu können, seien schlicht unzureichend, sagte er der "Saarbrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Benötigt würden mehr Kinderbetreuungseinrichtungen mit flexiblen Öffnungszeiten, ein leichterer beruflicher Wiedereinstieg für Frauen und flexiblere Arbeitszeiten. "Man müsste die ganze Gesellschaft kinderfreundlicher gestalten", meinte Dorbritz.

Quelle: RPO Archiv

 
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