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Verkehrstote in NRW
Unfälle als Folge der Ellenbogen-Mentalität

Verkehrstote in NRW: Unfälle als Folge der Ellenbogen-Mentalität
Ein Kreuz an einer Unfallstelle erinnert an einen Verstorbenen (Archivfoto). FOTO: dpa, a rho
Meinung | Düsseldorf. Die Zahl der Verkehrstoten ist seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Unfälle seit Jahren stark zu. Der Widerspruch ist erklärbar: Immer mehr Menschen überleben auch schwere Unfälle, weil die Autos sicherer geworden sind. Von Thomas Reisener

Sicherheitsgurte, ABS, Airbags und bessere Reifen, die Bremswege verkürzen, mildern die Unfallfolgen ab. Die Zahl der Unfälle nimmt dennoch zu, weil der Straßenverkehr spürbar aggressiver geworden ist. Wer daran zweifelt, möge einmal versuchen, eine Stadt wie Düsseldorf zu durchqueren, ohne mindestens einmal angehupt, bedrängt, abgedrängt oder auf andere Weise drangsaliert zu werden. Das ist fast nicht mehr möglich.

Offenbar hat die größere Sicherheit, die moderne Autos bieten, auch einen gegenläufigen Effekt: Unfälle haben viel von ihrem Schrecken verloren, man riskiert mehr. Zudem scheint der Straßenverkehr zu einer Art Ventil für psychische Unpässlichkeiten geworden zu sein.

Dem ist weder mit Polizisten noch mit Schildern beizukommen. Denn die Ursachen liegen jenseits des Verkehrs. Wen wundert es, dass unsere Ellenbogen-Gesellschaft sich auch im Verkehrsgeschehen abbildet?

 
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