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Strauß-Daten im Firmenarchiv in London: Verschwundene Festplatte von Strauß kopiert

zuletzt aktualisiert: 26.04.2000 - 19:55

München (AP). Der Dateninhalt der verschwundenen Computer-Festplatte von Max Strauß ist kopiert worden. Wie die Computer-Firma Convar in Pirmasens am Mittwochabend der Nachrichtenagentur AP auf Anfrage bestätigte, wurde bei der Überprüfung der beschlagnahmten Festplatte vor vier Jahren wie üblich eine Arbeitskopie hergestellt.

Ob diese Kopie noch vorhanden sei, könne man noch nicht sagen, hieß es. Sie sei bereits im Juni 1996 ans Firmenarchiv nach London geschickt worden. Die Chancen, die Kopie wiederzufinden, seien relativ gering, da das Archiv im September letzten Jahres von London nach Rochester umgezogen sei.

Der "Münchner Merkur" (Donnerstagsausgabe) hatte vorab berichtet, es handle sich um ein zufällig erstelltes Duplikat, das dem Original vollständig gleiche. Die Festplatte war bei Ermittlungen gegen den Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß wegen mutmaßlicher Steuervergehen beschlagnahmt worden. Weil die Daten gelöscht worden waren, hatte die sachbearbeitende Staatsanwaltschaft Augsburg die Festplatte zur Wiederherstellung des Inhalts an Experten weitergegeben.

Convar konnte die Darstellung nicht bestätigen, dass 70 Prozent der ursprünglichen Daten wieder hergestellt werden könnten. Die Zeitung berichtete, es sei der Computerfirma bereits vor vier Jahren gelungen, ein Viertel der Daten, die einmal auf der Festplatte vorhanden gewesen seien, zu rekonstruieren. Ein Analyseprotokoll belegt dem Zeitungsbericht zufolge, dass die Experten mehrfach fündig geworden seien. Unter anderem seien sie auf eine Kartei arabischer Adressen, Schriftverkehr mit Geschäftspartnern sowie Kalkulationstabellen mit Dollarbeträgen gestoßen.

Convar Systeme Deutschland führt nach eigenen Angaben zur Zeit Gespräche mit der Staatsanwaltschaft Augsburg, die gegen Strauß im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre um den Waffenhändler Karlheinz Schreiber ermittelt. Strauß hatte erklärt, die Festplatte seines Computers sei von Viren befallen gewesen und deswegen neu formatiert worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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