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Festplatten auf dem Gelände von Los Alamos entdeckt: Verschwundene US-Atomunterlagen lagen hinter dem Kopierer

zuletzt aktualisiert: 17.06.2000 - 16:22

Washington (AP). Die aus der Atomanlage Los Alamos verschwundenen Computerfestplatten mit geheimen Daten sind wieder aufgetaucht. Wie das Energieministerium am Freitag mitteilte, wurden die Festplatten auf dem Gelände der Anlage im US-Staat New Mexico entdeckt. Energieminister Bill Richardson sagte, trotz der Entdeckung würden die Ermittlungen zum Verschwinden der geheimen Unterlagen weitergehen.

Die Festplattten lagen in einem Sicherheitstrakt des Labors hinter einem Kopierer. Offenbar waren sie dort erst kürzlich versteckt worden. Beamte des Bundeskriminalamts FBI hatten die Stelle zuvor zwei Mal abgesucht. Nach amerikanischen Presseberichten bezeichneten Ermittler die Umstände als sehr mysteriös. Die Festplatten werden jetzt vom FBI auf mögliche Manipulationen überprüft.

Auf den Festplatten waren Informationen über die Demontage von Atombomben gespeichert. In einer Stellungnahme des Ministeriums hieß es, die Bundespolizei FBI ermittle auf dem Gelände. Das Verschwinden der Nukleargeheimnisse, das am Montag bekannt wurde, hatte die Regierung in Bedrängnis gebracht. Oppositionelle Abgeordnete kündigten an, Richardson zur Verantwortung zu ziehen. Dieser erklärte, er werde den Vorfall weiter untersuchen. "Es wird Disziplinarmaßnahmen in Los Alamos geben", erklärte er.

Sechs führende Mitarbeiter der Anlage wurden am Dienstag vom Dienst freigestellt, um nach Angaben des Labors unabhängige Ermittlungen zu gewährleisten. Die verschwundenen Unterlagen waren auf einem Computer in einem Gewölbe der Atomanlage gespeichert. Der Sicherheitschef im Energieministerium, Luftwaffengeneral Eugene Habiger, sagte zu Beginn der Woche, die

Daten seien womöglich nicht gestohlen, sondern bei der Evakuierung der Anlage während des Buschbrandes im Mai verlegt oder versehentlich zerstört worden. Einen Tag nach dem Verschwinden der Festplatten war das Laboratorium evakuiert worden; die Suche begann erst 17 Tage später.

Quelle: RPO Archiv

 
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