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Paris
Verteidiger: Abdeslam ist wie ein leerer Aschenbecher

Paris. Mehr als fünf Monate nach den Terroranschlägen von Paris ist der Hauptverdächtige Salah Abdeslam in den Händen der französischen Justiz. Der 26-Jährige wurde gestern von Belgien an Frankreich ausgeliefert, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Er werde in einem Gefängnis der Hauptstadtregion in Isolationshaft kommen, sagte Justizminister Jean-Jacques Urvoas. Zuvor war noch eine Anhörung vor dem Untersuchungsrichter angesetzt, bei der das Ermittlungsverfahren gegen den Franzosen mit marokkanischen Wurzeln offiziell eingeleitet werden sollte. Abdeslam wird verdächtigt, an der Pariser Terrorwelle vom 13. November beteiligt gewesen zu sein, bei der sieben Selbstmordattentäter - darunter auch Abdeslams Bruder Brahim - 130 Menschen getötet hatten. Zu der Tat hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat bekannt. Abeslams Rolle bei den Anschlägen ist umstritten. Laut der Pariser Staatsanwalt war er ebenfalls für ein Selbstmordattentat im Stade de France vorgesehen, führte dieses aber nicht aus.

Abdeslams belgischer Anwalt Sven Mary sagte in einem Artikel der Zeitung "Libération", Abdeslam sei nur ein "kleines Arschloch unter Molenbeeks Kleinkriminellen, eher ein Mitläufer als ein Anführer. Er hat die Intelligenz eines leeren Aschenbechers, er ist von einer abgrundtiefen Leere."

(ap)
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