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Berlin
Viele Osteuropäer sind "Aufstocker"

Berlin. 40 Prozent der Hartz-IV-Bezieher aus Rumänien und Bulgarien gehen arbeiten.

Auffallend viele Bulgaren und Rumänen sind trotz ihrer Erwerbstätigkeit auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Die Quote der sogenannten Aufstocker unter den Hartz-IV-Beziehern aus Bulgarien und Rumänien sei mit 40,8 Prozent "auffallend hoch", heißt es in einem Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Bei den ausländischen Hartz-IV-Beziehern insgesamt habe der Anteil der erwerbstätigen "Aufstocker" im Frühjahr dagegen nur bei 24,2 Prozent gelegen.

Wichtigster Grund für den hohen Anteil der "Aufstocker" aus den beiden osteuropäischen EU-Ländern sei ihre vergleichsweise geringe Bezahlung, hieß es bei dem Nürnberger Institut. Rumänen und Bulgaren würden durchschnittlich schlechter entlohnt als etwa Arbeitnehmer aus anderen EU-Ländern. Deshalb seien viele von ihnen auf ergänzende Leistungen angewiesen. Hinzu komme, dass häufig Alleinverdiener eine größere Zahl von Familienmitgliedern ernähren müssten. Vor allem bei den Rumänen gebe es eine hohe Erwerbsneigung. Ihre Beschäftigungsquote liege im Vergleich mit anderen Nationen an der Spitze.

Der hohe "Aufstocker"-Anteil aus beiden Ländern habe sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Die Annahme, dass viele Betroffene nur einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Mini-Job nachgingen, um über diesen Weg ergänzende staatliche Hilfe zu erhalten, bestätige sich nicht. 65 Prozent aller erwerbsfähigen Bulgaren und Rumänen in Deutschland seien erwerbstätig, 55 Prozent von ihnen in einem sozialversicherungspflichtigen Job, so das IAB. Die geringfügige Beschäftigung mache nur den kleinsten Teil aus. Über die Zahl der Selbstständigen, die ergänzend Hartz IV beziehen, liegen dem Institut keine Daten vor. Doch auch ihre Zahl sei erfahrungsgemäß gering, heißt es.

(mar)
 
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