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Berlin/Wolfsburg
VW-Skandal könnte sich ausweiten

Berlin/Wolfsburg. Mindestens 30 Manager sollen betroffen sein. Minister wollen jetzt mehr E-Autos.

Die Manipulationen von Dieselmotoren weltweit könnten mehrere Volkswagen-Manager den Job kosten. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Insider-Kreise berichtet, sollen mindestens 30 Manager vom Betrug gewusst haben und von ihren Aufgaben entbunden werden. Die Ermittlungen der internen Revision und einer Anwaltskanzlei hätten ergeben, dass es keineswegs das Vergehen einer kleinen Managergruppe gewesen sei. VW wies das zurück. "Die Zahl entbehrt jeglicher Grundlage", sagte ein Sprecher.

Trotzdem ging das Stühlerücken im Konzern gestern in eine neue Runde. Der designierte Nordamerika-Chef von Volkswagen, Skoda-Chef Winfried Vahland, will den schwierigen Posten nun doch nicht übernehmen. Grund seien unterschiedliche Auffassungen über die Strategie in den USA, hieß es.

Als Reaktion auf den Skandal will Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Autobauer im Rahmen einer EU-Richtlinie verpflichten, die Kosten neuer Abgaskontrollen zu übernehmen. So soll es neben Labortests auch Stichproben auf der Straße geben.

Hendricks wagte zudem einen Vorstoß zur Förderung von Elektro-Autos. Um die Nachfrage anzukurbeln, schlug sie eine Kaufprämie für private Fahrzeuge vor. Sie räumte ein, der Vorschlag habe noch keine Mehrheit in der Regierung und sei nicht mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) besprochen. Aus dessen Ressort hieß es, man sei skeptisch. Das Verkehrsministerium hält Kaufprämien für nicht zielführend.

Von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erhielt Hendricks teilweise Rückendeckung. Er sprach sich für Anreize "in welcher Form auch immer" aus, um Preisunterschiede zwischen E-Autos und herkömmlichen Fahrzeugen zu verringern. Kritik übte Lutz Goebel, Verbandschef der Familienunternehmer: Subventionen seien unnötig. Die Autobauer würden Milliardengewinne einfahren und auch so in E-Mobilität investieren, sagte er.

(RP/jd)
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