Hoffnung auf Bürgerkriegs-Ende wächst: Waffenruhe an Elfenbeinküste
zuletzt aktualisiert: 04.05.2003 - 17:55Abidjan (rpo). Ein Waffenstillstand soll seit Sonntag den Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste beenden. Damit wächst nach rund siebenmonatigem Krieg die Hoffnung auf Frieden. Die Rebellen unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen mit der Regierung.
Zwar gab es zuvor schon Vereinbarungen, die Waffen niederzulegen, diese wurden aber wiederholt gebrochen; beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld. Das neue Abkommen ziele auf "ein völliges Ende der Feindseligkeiten im gesamten Land", gehe weiter als bisherige Absprachen und werde mit Nachdruck durchgesetzt, betonte Rebellenführer Michel Gueu.
Einzelne Kämpfer könnten sich möglicherweise zunächst nicht an die Vereinbarung halten, räumte er ein. "Aber dies ist das Ende des Krieges." Zur Durchsetzung der Waffenruhe sollen seinen Worten zufolge Soldaten von Regierung und Rebellen sowie französische Truppen in den Westen entsandt werden, wo es in den vergangenen Wochen weiterhin wiederholt zu Gefechten kam.
Noch am Samstag berichtete ein Rebellensprecher von neuen Kämpfen bei Danane im Westen des Landes. Regierungstruppen hätten nur wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe noch eine Offensive gestartet, sagte Antoine Beugre. Am Sonntag schwiegen jedoch die Waffen. Beide Seiten erklärten, dass sie sich an die Vereinbarung halten wollten.
Der Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste begann Mitte September, nachdem Aufständische vergeblich versucht hatten, Präsident Laurent Gbagbo zu stürzen. Zunächst beschränkten sich die Kämpfe auf den Norden und die Mitte des Landes, dann schalteten sich zwei weitere Rebellengruppen im Westen ein. Im Januar wurde in Frankreich ein Friedensabkommen ausgehandelt, in dem unter anderem die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit unter Beteiligung der Aufständischen vereinbart wurde. Auch Gueu ist in der neuen Regierung vertreten.
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