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Damaskus
Waffenruhe in Syrien: 92 Tote

Damaskus. Die syrische Armee hat die Feuerpause für beendet erklärt.

Während der einwöchigen Waffenruhe sind in Syrien nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 92 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien 29 Kinder und Teenager sowie 17 Frauen, teilte die in Großbritannien ansässige Organisation mit. Dutzende syrische Soldaten und Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die in der östlichen Provinz Dair as Saur getötet wurden, werden in den Zahlen nicht mit eingerechnet. Von der Waffenruhe ausgenommen sind Angriffe auf den IS sowie die Extremistengruppe Dschabhat Fatah al Scham, die frühere Nusra-Front.

Die Feuerpause sei wiederholt verletzt worden und habe nicht dazu geführt, dass Hilfslieferungen in die belagerten und von Rebellen gehaltenen Gebiete hätten gelangen können, sagte ein Vertreter des Hohen Verhandlungskomitees, das die syrische Opposition bei den ausgesetzten Friedensgesprächen in Genf vertritt, gestern der Nachrichtenagentur AP. Während der Feuerpause sollten zwei Konvois Hilfsgüter in die hart umkämpfte Stadt Aleppo bringen, wo im Osten bis zu 275.000 Menschen von der Versorgung abgeschnitten sind. Die Lastwagen hängen jedoch an der türkisch-syrischen Grenze fest.

Die syrische Armee hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Waffenruhe werde bis Mitternacht am Sonntag andauern. Gestern erklärte sie die Feuerpause nun für beendet.

Für Aufregung sorgt zudem weiterhin der US-Luftangriff auf syrische Truppen. "Das ist eine sehr schwierige Situation", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Den US-Luftangriff vom Wochenende, den das Pentagon als Irrtum bezeichnete, kritisierte er als "abscheulichen Vorfall". Bei dem Angriff waren mehr als 60 syrische Soldaten getötet worden.

Neben den USA und Russland will nun auch die Türkei stärker in Syrien mitmischen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte gestern die Bildung einer Sicherheitszone in Nordsyrien an. Das türkische Militär werde einen rund 5000 Quadratkilometer großen Geländestreifen entlang der Grenze zur Türkei unter seine Kontrolle bringen. Die Militäroperation dürfte sich gleichermaßen gegen den IS und die syrischen Kurdenmilizen richten, die an der Grenze zur Türkei eine Autonomieregion planen.

Quelle: RP
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