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Düsseldorf
Was hält die Menschen noch auf dem Land?

Düsseldorf. Die Städte am Rhein sind attraktiv - so attraktiv, dass ganze Regionen auszubluten drohen. An der Peripherie droht ein Teufelskreis. Von Detlev Hüwel und Martin Kessler

Die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung in NRW, die das Statistische Landesamt vorgelegt hat, bergen eine Menge Zündstoff in sich: Der Rückgang der Gesamtbevölkerung, vor allem aber die enormen Einwohnerverschiebungen an Rhein und Ruhr stellen die Politik vor große Herausforderungen. Wie werden die Boom-Städte, die weiterhin wie ein Magnet wirken, mit dem massiven Zuzug fertig? Die Städte am Rhein sind attraktiv und werden es auch in Zukunft bleiben. Sie bieten viele Arbeitsplätze, und die Universitäten von Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf ziehen die jungen Leute an. Zugleich bestechen diese Städte mit ihrem Freizeitwert.

Doch welche Folgen hat diese Dauer-Attraktivität für den Wohnungsmarkt, für die Verkehrsinfrastruktur oder die Kriminalitätsentwicklung? Im Gegenzug werden ländliche Regionen stark ausgedünnt. Das ist problematisch für die Bildungseinrichtungen, allen voran die Schulen, aber auch für die schon jetzt kritische ärztliche Versorgung "auf dem Land" oder die nach wie vor unzureichende Breitbandversorgung. Ein Teufelskreis: Je mehr eine Stadt oder Region an Attraktivität verliert, desto mehr Menschen wenden sich von ihr ab. Eine Landflucht, ähnlich wie die Westwanderung aus den neuen Bundesländern, ist längst absehbar.

Wer also gleiche Lebensverhältnisse sucht, der wird in NRW zusehends weniger fündig. Die Entwicklung des Landes verläuft höchst ungleichmäßig. Chancenlos sind die ländlichen Regionen oder Verlierer-Städte aber nicht: Sie könnten mit hoher Lebensqualität, niedrigen Mieten, dem Traum vom Eigenheim und guten Verkehrsverbindungen werben. Sie müssten dazu aber die Ärmel hochkrempeln.

Quelle: RP
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