Bildungsminister benennen:
In den SPD-geführten Landesregierungen waren vor allem zwei Dinge entscheidend bei der Besetzung der Spitze des Schulministeriums: Die Kandidaten mussten Lehrer sein und aus dem starken Parteibezirk Ostwestfalen-Lippe kommen (wie sich anhand der Minister Hans Schwier, Gabriele Behler und Ute Schäfer zeigen lässt). Wie wäre es zur Abwechslung mal mit jemandem, der berufliche Erfahrungen außerhalb der Schule gesammelt hat - womöglich sogar außerhalb von Ostwestfalen-Lippe?
Schul-TÜV einführen:
Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) macht's vor: In Niedersachsen werden künftig unabhängige Tester, eine Art Schul-TÜV, die Schulen begutachten. Sowohl der Zustand der Gebäude wie die Qualität des Unterrichts werden beurteilt - ein Modell, das in NRW Schule machen sollte. Übrigens auch für die Kindergärten.
Bauplan vorlegen:
Gabriele Behler vor allem, aber auch Ute Schäfer sind als Schulministerinnen daran gescheitert, dass sie kein Bild von der Schule der Zukunft vermitteln konnten. Sie rissen viele Baustellen auf, ohne einen Bauplan vorzulegen. Wer Lehrer und Eltern für Reformen gewinnen will, muss ihnen klar aufzeigen, was sie wann zu erwarten haben.
Gratis-Kindergärten:
Mit der Vorbereitung der Kleinen auf die Schule ist es nicht zum Besten bestellt. Gerade Kinder, die eine Frühförderung besonders nötig hätten, sehen oft nie einen Kindergarten von innen. Ein Pflichtjahr wäre angebracht. Das hieße aber: Die Beiträge müssten (wie im Saarland) fallen. Angesichts der Haushaltslage in NRW in nächster Zeit ein Traum. Aber das kann sich Schwarz-Gelb ja für die nächste Legislaturperiode vornehmen.
Leistungsanreize setzen:
Viele Lehrer fühlen sich ausgebrannt, was auch damit zu tun hat, dass sich Leistung für den einzelnen kaum lohnt - er bekommt weder mehr Geld noch Anerkennung. Dies muss sich ändern, indem guten Lehrern Karrierechancen eröffnet werden, Fachleiter- oder Rektorenposten etwa, die mit mehr Einkommen und größeren Gestaltungsspielräumen verbunden sind.
Schulfinanzen neu regeln:
Wer Wettbewerb will, muss Anreize setzen. Schüler machen Arbeit. Warum sollten Schulen um sie konkurrieren? Das wirkungsvollste Mittel ist Geld. Würde die Schulfinanzierung auf einen Pro-Schüler-Betrag umgestellt, könnten Schulen mit Zulauf ihren Betrieb weiter verbessern und ausbauen. Eine soziale Komponente ließe sich einbauen: Für jeden Schüler mit besonderem Förderbedarf gäbe es einen Zuschlag.
Unsinn zurücknehmen:
In den vergangenen zwei Jahren hat die SPD etliche Bildungsreformen eingeleitet, die für viel Wirbel gesorgt haben. Darunter sind sinnvolle, etwa die Einführung von zentralen Abschlussprüfungen in allen Schulformen und die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur. Unsinnig war es dagegen, die Halbjahreszeugnisse in Klasse drei abzuschaffen und die Schulkindergärten aufzulösen. Dies hatten CDU und FDP seinerzeit zu Recht scharf kritisiert - sie sollten es sofort kassieren.
Freiheit für Schulen:
CDU und FDP wollen einen Wettbewerb der Schulen in Gang bringen. Dafür ist einerseits eine staatliche Kontrolle der Standards notwendig (siehe oben), andererseits aber eine weitgehende pädagogische und organisatorische Freiheit. Nur so können Lehrer die besten Unterrichtsmethoden entwickeln.
Ganztagsschule befördern:
Die offene Ganztagsschule à la Rot-Grün hat einen Konstruktionsfehler: Sie ist keine Schule, zumindest am Nachmittag nicht. Denn dann übernehmen Erzieher die Betreuung; die Lehrer gehen mittags nach Hause. Das Pisa-Problem lässt sich so nicht lösen. Der Zulauf zeigt aber, dass der Bedarf an Ganztagsplätzen groß ist. Also: bitte - wie versprochen - verbessern und ausbauen!
Schulbezirke auflösen:
Ein Wettbewerb der Schulen kommt nicht zustande, wenn ihnen die Schüler zwangsweise zugetrieben werden. Das geschieht hier zu Lande mit Hilfe der Grundschulbezirke. Nur den Kommunen zuliebe: Sie können dann leichter planen.
Rankings einführen:
CDU und FDP haben es versprochen, und es wird ihnen noch viel Ärger bereiten: Wenn die Resultate von Schulen zunächst bei den bereits eingeführten zentralen Lernstandserhebungen, später dann bei zentralen Abschlussprüfungen breit veröffentlicht werden, lassen sich daraus leicht Ranglisten bilden, die so genannten Rankings. Für Lehrerverbände ist das ein Graus, für Eltern aber eine echte Entscheidungshilfe.
Mehr Lehrerfortbildung:
Schneller und billiger lässt sich der Unterricht in der Fläche nicht verbessern. Umso ärgerlicher, dass Rot-Grün ausgerechnet bei der Lehrer- und Erzieherfortbildung gespart hat.
Privatschulen erleichtern I:
Privatschul-Initiativen wurden unter Rot-Grün ausgebremst, wo immer es ging. Noch unlängst versuchte das Schulministerium, den internationalen Schulen in NRW die wirtschaftliche Basis zu entziehen. Doch das Zerrbild von Privatschulen als elitären Klubs für Millionärssprösslinge hat mit der Realität wenig zu tun.
Privatschulen erleichtern II:
In den Niederlanden etwa werden zwei Drittel aller Schulen von Elterninitiativen getragen, die mit staatlichen Zuschüssen und staatlicher Kontrolle, geringen Gebühren und viel privatem Engagement Höchstleistungen hervorbringen (Pisa: Platz drei).
Lehrerarbeit neu ordnen I:
Schulen arbeiten nach Prinzipien, mit denen jedes wirtschaftlich tätige Unternehmen innerhalb von kürzester Zeit pleite wäre: Arbeitsteilung und Teamwork finden kaum statt. Wieso gibt es keine standardisierten Materialien, auf die jeder Lehrer zurückgreifen kann? Weshalb müssen manche Lehrer 50 Wochenstunden und mehr arbeiten, während andere - bei gleichem Gehalt - mittags Feierabend machen?
Lehrerarbeit neu ordnen II:
Warum sind Pädagogen mit Papierkram belastet, den Verwaltungskräfte besser erledigen könnten? Wer Lehrerarbeit zu Gunsten der Schüler effektiver machen will, muss die Voraussetzung dafür schaffen: die Ganztagspräsenz der Lehrer in der Schule einführen. Das würde Widerstand hervorrufen und sollte deshalb direkt am Anfang der Legislaturperiode erfolgen. Dann wäre der Krach bei der nächsten Wahl vergessen.