kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Loja Dschirga in Afghanistan hat begonnen: Weg für Karsai ist frei

zuletzt aktualisiert: 12.06.2002 - 09:39

Kabul (rpo). Die Wahl von Hamid Karsai zum neuen Präsidenten von Afghanistan ist so gut wie gesichert, nachdem der bisherige Übergangsregierungs-Chef während der Großen Ratsversammlung offiziell zum einzigen Präsidentschaftskandidaten ausgerufen worden ist.

Zuvor hatte Innenminister Junis Kanuni sein Amt zur Verfügung gestellt. Der einflussreiche Tadschike sagte, die Loja Dschirga könne einen neuen Innenminister bestimmen. Es galt als möglich, dass Kanuni Nachfolger Karsais als Regierungschef werden könnte.

Sieben Monate nach der Vertreibung der Taliban hat die historische Große Ratsversammlung Loja Dschirga in Afghanistan mit Aufrufen zum Frieden und zum Neuanfang begonnen. "Die Menschen wollen Frieden, Sicherheit und nationale Einheit", sagte der bisherige Übergangsregierungschef und Präsidentschaftskandidat Hamid Karsai in einer gefühlsbetonten Rede. Zuvor hatte ihn Ex-König Mohammed Sahir Schah als künftigen Präsidenten empfohlen. "Ich möchte meinem Freund Hamid Karsai danken und mitteilen, dass ich seine Kandidatur unterstütze", sagte Sahir Schah in seiner Eröffnungsrede.

Die 1600 Abgeordneten der Loja Dschirga sollen in den nächsten Tagen den Präsidenten und wichtige Mitglieder der Regierung und des höchsten Gerichts wählen. Die Große Ratsversammlung gilt als entscheidender Schritt Afghanistans in Richtung Demokratie. Die nächste Regierung soll bis zu Parlamentswahlen im Jahr 2004 im Amt bleiben. Der Afghanistan-Beauftragte der Vereinten Nationen, Lakhdar Brahimi, lobte die Regierung Karsais. "In nur sechs Monaten haben sie Afghanistan wieder auf Kurs gebracht", sagte Brahimi.

Die Loja Dschirga begann am Dienstag mit 32 Stunden Verspätung. Der geplante Beginn am Montagmorgen war an einem Streit um das Präsidentenamt und an der Anwesenheit unrechtmäßiger Teilnehmer gescheitert. Sahir Schah (87) hatte in einem Interview gesagt, er sei bereit, Präsident zu werden. Später verzichtete er auf einer Pressekonferenz zu Gunsten Karsais auf eine Kandidatur. Das löste bei paschtunischen Delegierten auch am Dienstag noch Verärgerung aus. Sie machten die USA für den Rückzug des Ex-Königs verantwortlich.

Die Loja Dschirga kam mit maßgeblicher organisatorischer Hilfe aus Deutschland zu Stande. Die Delegierten tagen in einem großen, weißen Zelt, das aus Deutschland geliefert und auf dem Gelände der Technischen Hochschule in Kabul aufgebaut worden war. Die Kopfseite hinter dem Rednerpult war mit blauem Stoff dekoriert, an der Wand hing eine Karte Afghanistans.

Karsai trat im traditionellen langen Hemd und mit einem großen Turban vor die Versammlung. Seine Rede, die er frei hielt, wurde von vielen als Wahlkampfrede verstanden. "Jeden Tag habe ich mit bis zu 150 Leuten gesprochen. Kein Mann und keine Frau hat mich um Geld, Kleidung oder Essen gebeten. Sie baten um Frieden und Einheit", sagte Karsai. Nach dem Rückzug Sahir Schahs und des Tadschikenführers Burhanuddin Rabbani war Karsai der einzige Präsidentschaftskandidat. Zunächst hatte es geheißen, das Loja-Dschirga-Komitee habe dies auch offiziell verkündet. Das beruhte jedoch auf einem Übersetzungsfehler.

Karsai erwähnte auch die Leistung des ermordeten Ahmed Schah Massud, der den Taliban Widerstand geleistet hatte. Massud war Tadschike, Karsai ist Paschtune. Die derzeitige Regierung wird von den Tadschiken der Nordallianz beherrscht. Nach Ansicht von Experten ist eine der wichtigsten Aufgaben der Loja Dschirga, die Macht zwischen den Volksgruppen besser auszubalancieren. Dazu gehört die Aufnahme von Paschtunen in die Regierung, die bisher kaum vertreten sind. Der tadschikische Innenminister Junis Kanuni stellte sein Amt zur Verfügung. Durch die Wahl Karsais zum Präsidenten wird auch der Posten des Regierungschefs frei.

Quelle: RPO Archiv

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Regierung rechnet mit Mehrheit für Fiskalpakt

Referendum in Irland

Regierung rechnet mit Mehrheit für Fiskalpakt

Die irische Regierung geht offenbar davon aus, dass eine Mehrheit der Bürger im Referendum für den EU-Fiskalpakt gestimmt hat. mehr 

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Politik ist langweilig? Vergessen Sie's!

reichstag berlin kuppel DDP 2005-0801

Politik ist Drama, Komödie und gelegentlich großes Kino. Aus Berlin schauen unsere Korrespondenten auf das Geschehen.

Top-Services