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Fünfte Nacht in Folge Unruhen in Nordirland: Weiter Ausschreitungen von Protestanten in Nordirland

zuletzt aktualisiert: 07.07.2000 - 10:20

Belfast (AP). Aus Wut über das Verbot zweier Paraden durch katholische Wohnviertel haben in Belfast militante Protestanten die fünfte Nacht in Folge randaliert. In der Nacht zum Freitag blockierten sie mehrere Straßen; im Norden der Stadt bewarfen sich protestantische und katholische Jugendliche mit Steinen und Flaschen.

Die Lage schien sich am Freitagmorgen aber zu beruhigen. Der Großmeister des protestantischen Oranier-Ordens, Robert Saulter, rief für Freitag zur Ruhe auf. Beobachter fürchten jedoch eine Eskalation der Gewalt vor dem Höhepunkt der Paraden in der kommenden Woche, zu denen zehntausende Menschen erwartet werden.

Am Donnerstag hatte die nordirische Paradenkommission einen Marsch durch ein katholisches Wohnviertel in Belfast verboten; zwei andere Protestantenparaden in der Provinz am kommenden Mittwoch aber erlaubt. Vertreter beider Glaubensrichtungen haben diese Entscheidung heftig kritisiert. Zuvor war bereits der für Sonntag geplante Marsch durch die katholische Garvaghy Road in Portadown verboten worden.

Die nordirische Polizei zog am Donnerstag eine Bilanz der Proteste: Seit Beginn der Ausschreitungen am vergangenen Sonntag seien 43 Personen nach 109 Angriffen auf Polizisten oder Soldaten festgenommen worden. 32 Polizisten und ein Soldaten wurden demnach verwundet, mindestens 37 Wohnhäuser von zumeist katholischen Bewohnern angegriffen. 34 Fahrzeuge wurden gestohlen und angezündet.

Mit ihren jährlichen Märschen erinnern die Oranier an den Sieg Wilhelms von Oranien über den katholischen König Jakob II. vor mehr als 300 Jahren. Die Polizei hatte die Marschierer bereits in den vergangenen Jahren aus dem katholischen Viertel in Portadown fern gehalten, seit 1998 ist der Zug durch die Garvaghy Road untersagt. Zuvor war es bei den Paraden wiederholt zu blutigen Straßenschlachten gekommen. Auch in Belfast wurde bereits im vergangenen Jahr der Marsch durch das katholische Lower Ormeau verboten.

Quelle: RPO Archiv

 
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