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Zusammenstöße in Kairo: Weltweit Massendemonstrationen gegen Golfkrieg

zuletzt aktualisiert: 20.03.2003 - 16:52

Athen/Kairo (rpo). Weltweit hat der Kriegsbeginn im Irak die Menschen zu Hunderttausenden auf die Straßen gerufen. Mit Demostrationen und Streiks machten die Menschen ihrem Unmut gegen die USA Luft.

In Athen protestierten mehr als 100.000 meist junge Menschen vor der amerikanischen Botschaft und skandierten Parolen wie "Nein zum Krieg". In Italien strömten Zehntausende auf die Straßen, in der Schweiz machten 40.000 Schüler mobil. In Kairo kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen gut 1.000 Demonstranten und der Polizei.

Kriegsgegner schleuderten Steine und Absperrungen, Bereitschaftspolizei versuchte die Menge mit Wasserwerfen von der US-Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt fern zu halten. Ihr Zorn richtete sich auch gegen die arabischen Regierungen: Die Demonstranten riefen "Nieder mit den arabischen Führern" und "Weg mit Mubarak".

Am Rande der friedlichen Demonstrationen in den großen Städten Griechenlands mit zehntausenden Teilnehmern kam es zu kleineren Zwischenfällen: In einem Vorort von Athen wurde eine Filiale der amerikanischen CitiBank von einem Brandsatz leicht beschädigt, in Patras warfen Kriegsgegner Eier und Molotowcocktails in Richtung US-Konsulat.

Italien: Autobahnen blockiert

In Italien blockierten Demonstranten Autobahnen und Schienenverbindungen. Für den späten Nachmittag war ein zweistündiger Generalstreik geplant. In Rom schützen quergestellte Polizeiwagen die US-Botschaft. Vor der Residenz von Ministerpräsident Silvio Berlusconi skandierten Hunderte "Frieden, Frieden." 20.000 Menschen marschierten im Zentrum von Turin, 45.000 in Mailand. In Venedig flogen Eier auf das britische Konsulatsgebäude. In der spanischen Hauptstadt Madrid war für den Abend eine Protestkundgebung geplant.

In Paris begannen sich am Nachmittag hunderte Menschen vor der hermetisch abgeriegelten US-Botschaft auf der Place de la Concorde zu versammeln. Mehr als 70 Verbände, Gewerkschaften und Parteien riefen zu einer Großkundgebung für den frühen Abend auf. In Lyon und Marseille machten Schüler ihrer Wut auf die USA Luft. Erzbischof Philippe Barbarin ließ am Morgen in allen Kirchen Lyons die Glocken läuten.

Spontan und weitgehend friedlich verlief der Schülerprotest in der Schweiz: In Bern beteiligten sich 10.000 Jugendliche an einer Kundgebung, in Luzern waren es 8.000 und in Basel 6.000. Vor der abgesperrten US-Botschaft in Bern wurden Polizisten mit Steinen, Flaschen und Tomaten beworfen. Auch in Stockholm strömten Tausende Studenten auf die Straßen.

Aus Protest gegen den Krieg verbrannten Demonstranten in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, amerikanische und britische Fahnen. 15.000 Menschen skandierten dort Anti-Kriegs-Parolen. In der philippinischen Hauptstadt Manila schlug die Polizei 300 Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft zurück. Proteste gab es auch im australischen Sydney und den palästinensischen Autonomiegebieten. "Wir opfern unsere Seele und unser Blut für Saddam", rief ein Demonstrant im Gazastreifen.

Rund 4.000 Kriegsgegner versammelten sich nahe der US-Botschaft im südkoreanischen Seoul, einige hundert von ihnen lieferten sich Scharmützel mit der Polizei. Auch in den USA wurde für Donnerstag zu weiteren Anti-Kriegs-Kundgebungen aufgerufen.


 
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