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Idomeni
Wenig Hoffnung für Flüchtlinge in Griechenland

So verheerend ist die Situation der Flüchtlinge
Idomeni. Die Nachrichten aus Brüssel geben den Tausenden gestrandeten Flüchtlingen bei Idomeni an der griechischen Grenze zu Mazedonien kaum Hoffnung. "Die Tage irregulärer Migration nach Europa sind vorbei", sagte gestern der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk. Der nächste EU-Gipfel am 17. und 18. März werde deutlich machen, dass es keinen Weg mehr nach Europa für jene Menschen gebe, die ein besseres Leben suchten. Für die in einem provisorischen Lager bei Idomeni kampierenden Menschen gibt es allerdings keinen Weg zurück in ihre Heimat. "Wir werden bleiben, selbst wenn wir sterben", sagt die 25-jährige Kadrija Dschasem aus dem syrischen Aleppo. Sie hält ein vier Monate altes Baby auf dem Arm. Das Kind brauche ärztliche Hilfe, sagt sie. "Öffnet bitte die Grenze, wenn auch nur für die Kinder."

Tausende drängen sich an dem Zaun, der den Weg auf der sogenannten Balkanroute versperrt. Die mazedonischen Polizisten hätten in den vergangenen 24 Stunden niemanden mehr hereingelassen, teilten die griechischen Kollegen mit. Doch die Männer, Frauen und Kinder harren aus, trotzen dem Regen und klammern sich an die kleinste Hoffnung. Der Druck auf der griechischen Seite wächst dabei mit jedem Tag, an dem weitere Flüchtlinge ankommen. Bislang hält der Zustrom der Migranten von der Türkei aus auf die griechischen Inseln unvermindert an. Fast 400 kamen in den vergangenen 24 Stunden, teilten die griechischen Behörden mit. Rund 13.000 kampieren bei Idomeni, etwa 30.000 in ganz Griechenland.

Die Türkei hat der EU angeboten, künftig alle in Griechenland ankommenden Migranten wieder zurückzunehmen. Dafür erwartet die Regierung in Ankara unter anderem mehr Geld von der EU. Das Schicksal der schon in Griechenland gestrandeten Menschen bleibt aber weiterhin ungeklärt. Ihre Lage wird immer schwieriger. "Ich befürchte, wir werden hier sterben", sagt die 20-jährige Amina Chalil aus Aleppo. "Wir leben hier wie wilde Tiere." Aber niemand will gehen und sich wieder hinten anstellen müssen, wenn Mazedonien die Grenze doch noch öffnen sollte.

(rtr)
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