Antrittsbesuch in Paris: Westerwelle beschwört deutsch-französische Freundschaft
zuletzt aktualisiert: 02.11.2009 - 18:35Paris/Den Haag (RPO). Außenminister Guido Westerwelle hat bei seinem Antrittsbesuch in Paris das besondere Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich hervorgehoben. Die deutsch-französische Freundschaft sei etwas ungemein Wertvolles, sagte er am Montag nach einem Treffen mit Präsident Nicolas Sarkozy. Sie sei eine der entscheidenden Säulen der Europäischen Union und müsse zum Wohle Europas weiter vertieft und ausgebaut werden.
Berichte über Irritationen in Paris, weil er als Ziel seiner ersten Auslandsreise am Samstag Polen gewählt hatte, wies Westerwelle zurück. Derartige Befürchtungen seien unbegründet. Er habe über das Thema bereits in Brüssel mit seinem französischen Kollegen Bernard Kouchner gesprochen, sagte der Minister. Kouchner bestätigte nach einem Treffen mit Westerwelle schmunzelnd, er habe seinem deutschen Kollegen die Erlaubnis zu seiner Reiseplanung erteilt.
"Besonderes Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich"
Es sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, gleich zu Beginn seiner Amtszeit nach Frankreich zu kommen, sagte Westerwelle. Beide Staaten verbinde eine wunderbare Geschichte der Aussöhnung nach einem schrecklichen Krieg. Als Rheinländer habe er Frankreich immer schon geliebt und verehrt, daher sei der Besuch für ihn nicht nur ein politischer Akt, sondern auch eine persönliche Freude. Auch Kouchner würdigte das "wirklich besondere Verhältnis" zwischen Deutschland und Frankreich, das auch Europa insgesamt voranbringe.
Westerwelle musste auf die Frage eines Reporters allerdings einräumen, dass er die Landessprache nur radebrechend beherrscht. "Ich komme in Frankreich im Urlaub einigermaßen durch, ohne zu verhungern und zu verdursten", sagte er. Er spreche die Sprache jedoch so schlecht, dass er den Journalisten keine Kostprobe zumuten wolle. Westerwelle war unmittelbar nach der Wahl in die Kritik geraten, weil er sich bei einer Pressekonferenz in Berlin geweigert hatte, eine Journalistenfrage auf Englisch zu beantworten. Seither bemüht er sich, dem Eindruck mangelnder Sprachkenntnisse entgegenzuwirken.
Bei einem Zwischenstopp in den Niederlanden hatte Westerwelle zuvor die Bedeutung der kleineren EU-Staaten hervorgehoben. "Europa ist keine Veranstaltung von einigen wenigen großen Staaten", sagte er nach einem Treffen mit seinem Kollegen Maxime Verhagen in Den Haag. Anspruch der deutschen Politik sei es, auch die kleineren Staaten mit Respekt und als Partner auf gleicher Augenhöhe zu behandeln. Dies sei das Erfolgsrezept der Europäischen Union (EU).
Am Dienstag will Westerwelle zu Antrittsbesuchen nach Luxemburg und Belgien reisen. Am Mittwoch fliegt er in die USA, wo er am Donnerstag US-Außenministerin Hillary Clinton treffen will.
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