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"Obszönität angesichts des Leids der Opfer": Widerstand gegen Bau einer Diskothek in Auschwitz

zuletzt aktualisiert: 18.08.2000 - 16:21

Warschau/Krakau (dpa). Ehemalige Widerstandskämpfer haben im südpolnischen Krakau (Krakow) gegen die Genehmigung für den Bau einer Diskothek in Oswiecim (Auschwitz) protestiert. Er sei verwundert über die Entscheidung der Kommunalbehörden der Stadt, deren Namen mit dem Leid der Opfer der Nationalsozialisten verbunden ist wie kaum eine andere, sagte ein Sprecher der Vereinigung von Veteranenverbänden am Freitag der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

Auch ein Sprecher des Simon Wiesenthal Centers kritisierte die geplante Diskothek scharf als "Obszönität" angesichts des Leids der Nazi-Opfer. Für die Opfer des Holocausts und die Juden in aller Welt sei es schwer, "das Ausmaß ihres Zorn in Worte zu fassen", hieß es in einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung des Centers.

Am Donnerstag hatte der Leiter der Kommunalverwaltung von Oswiecim die Baugenehmigung für die Diskothek in einer ehemaligen Gerberei erteilt. In diesem Gebäude hatten während des Zweiten Weltkrieges Auschwitz-Häftlinge Zwangsarbeit leisten müssen.

Jerzy Bukowski, der Sprecher der Veteranenvereinigung, verwies darauf, dass der zuständige Krakauer Wojwode schon einmal den im vergangenen Jahr geplanten Bau untersagt hatte. Damals hatte der Stiftungsrat der internationalen Jugendbegegnungsstätte, die in unmittelbarer Nähe der geplanten Diskothek liegt, Einspruch erhoben.

Auch wenn die Diskothek etwa zwei Kilometer von dem ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau entfernt liegt, empfinden die ehemaligen Widerstandskämpfer und die Mitarbeiter der Jugendbegegnungsstätte den Unterhaltungsbetrieb als pietätlos.

In Auschwitz-Birkenau hatten die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Die meisten der Opfer waren Juden aus Polen und den von Deutschland besetzten Staaten Europas.

Quelle: RPO Archiv

 
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