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Protestant zum Bürgermeister gewählt: Wieder Krawalle in Belfast

zuletzt aktualisiert: 26.06.2001 - 21:31

Belfast (rpo). Nach der überraschenden Wahl eines Protestanten zum Bürgermeister von Belfast ist es in der Nacht zum Dienstag in der nordirischen Hauptstadt nach fast einwöchiger Ruhe erneut zu Krawallen gekommen. Über 100 probritische Protestanten und irisch-republikanische Katholiken bewarfen sich gegenseitig mit Flaschen und Steinen.

Zuvor hatten sich in einem anderen Viertel von Belfast Protestanten und Katholiken ebenfalls mit Steinen beworfen. Die Polizei setzte Plastikgeschosse gegen die Randalierer ein. Nach Angaben der Polizei wurden 39 Beamte verletzt.

Zuvor wurde überraschend erstmals ein Protestant zum Bürgermeister von Belfast gewählt. Der Kandidat der Ulster-Unionisten, Jim Rogers, wurde bei der Abstimmung am Montagabend mit 28 gegen 23 Stimmen gewählt, ein bisher immer von der irisch-republikanischen Partei Sinn Fein besetztes Amt. Die IRA-nahe Sinn Fein, die bei der Wahl wieder stärkste politische Kraft geworden war, hatte mit einer Bestätigung ihres Kandidaten Alex Maskey gerechnet. Doch entzog ihr die gemäßigte Allianzpartei diesmal ihre Unterstützung.

Sinn Fein hatte bei der Wahl 14 der 51 Sitze im Stadtrat gewonnen. Neben diesen 14 votierten für Maskey noch die neun Abgeordneten der Sozialdemokratischen und Arbeiterpartei. Die drei Mandatsträger der Allianzpartei, in der sowohl Protestanten als auch Katholiken vertreten sind, stimmten jedoch für Rogers. Die Partei begründete ihr Abstimmungsverhalten damit, dass die IRA und Sinn Fein hauptverantwortlich für den Stillstand im Friedensprozess seien. Sinn Fein trage zurzeit nicht zum Zusammenhalt sondern zur Spaltung der Bevölkerung bei, sagte der Belfaster Chef der Allianzpartei, David Alderdice.

Quelle: RPO Archiv

 
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