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Berlin
Wirtschaft will besseren Schutz für Flüchtlings-Azubis

Berlin. Handwerk und Industrie haben die Koalitionspläne für junge Flüchtlinge in der Ausbildung begrüßt, aber weitergehende Regelungen gefordert. "Für die Unternehmen ist es wichtig, dass die Parteichefs nun Rechtssicherheit für geduldete Flüchtlinge in einer Ausbildung schaffen wollen", sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). "Ein junger Mensch, der in Deutschland eine Ausbildung anfängt, sollte diese unabhängig von seinem Aufenthaltstitel beenden können." Er brauche auch eine Perspektive für eine Anschlussbeschäftigung: "Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik kurzfristig eine klare Regelung schafft."

Die Chefs von CDU, CSU und SPD hatten sich am Donnerstag darauf geeinigt, durch ein neues Gesetz sicherzustellen, dass Flüchtlinge unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus eine dreijährige Ausbildung beenden und danach für weitere zwei Jahre beschäftigt bleiben können. Die Altersfrist hierfür soll von 21 auf 25 Jahre heraufgesetzt werden.

"Die Koalition will endlich einfachere Verfahren und mehr Rechtssicherheit für Flüchtlinge in Ausbildung und für die Ausbildungsbetriebe schaffen. Das ist gut", sagte Holger Schwannecke, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Handwerks. Die Pläne reichten aber nicht: "Wichtig ist die Klarstellung, dass bei einer erfolgreichen Ausbildung eine grundsätzlich unbefristete Anschlussbeschäftigung möglich ist." Zudem sei "eine Vertrauensschutzregelung für alle Betriebe nötig, die Auszubildende aus Ländern beschäftigen, die nach Beginn der Ausbildung zu sicheren Herkunftsländern erklärt wurden oder zukünftig zu solchen erklärt werden". Schwannecke: "Hier erwarten die Betriebe, dass die jungen Menschen nicht aus der Ausbildung herausgerissen werden, denn sie sind ja oft schon weitgehend integriert."

(mar)
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