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Beim Opernball 100.000 Mark im Umschlag: ZDF hat Augenzeugen für Barspende Schreibers an CSU

zuletzt aktualisiert: 28.05.2002 - 16:16

Berlin (rpo). Bei seiner Vernehmnung in Toronto hat Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber die CSU schwer belastet. Unter anderem will er hohe Barspenden an die Partei gezahlt haben. Das ZDF hat für diese Behauptungen offenbar einen Augenzeugen aufgetan.

Der frühere Geschäftsführer der Schreiber-Firma BBC, Albert Birkner, hat gegenüber dem ZDF-Magazin "Frontal 21" nach Angaben der Redaktion erklärt, er sei 1980 bei der Übergabe einer 100.000-Mark-Barspende (51.159 Euro) Schreibers an den CSU-Spendensammler Franz Dannecker anwesend gewesen.

Schreiber hatte bei seiner Vernehmung in Toronto angegeben, einen Millionen-Fonds zu Gunsten der CSU eingerichtet und der Partei darüber hinaus über Dannecker insgesamt rund zwei Millionen Mark (1,02 Millionen Euro) in bar gespendet zu haben. Als Zeugen dafür hatte er den heutigen CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sowie Max Strauss, Sohn des verstorbenen ehemaligen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß, angegeben. Die CSU hatte dies als unwahr zurückgewiesen und Schreiber als unglaubwürdig hingestellt. Stoiber soll vom Ausschuss am 4. Juni in München gehört werden.

Nach Angaben der "Frontal 21"-Redaktion hat Birkner berichtet, Schreiber habe Franz Josef Strauss am Rande des Wiener Opernballs 1980 persönlich einen Briefumschlag mit 100.000 Mark überreichen wollen. Strauß habe an Dannecker verwiesen, in dessen Münchner Kanzlei 14 Tage später die Übergabe erfolgt sei. "Ich saß dann im Vorzimmer, gab Herrn Schreiber das Kuvert mit der Tasche, und Herr Schreiber übergab es Herrn Dannecker im Büro und kam mit der leeren Tasche wieder zurück", sagte Birkner dem Magazin zufolge.

Schreiber selbst berichtete dem Magazin, die Spende sei dann gestückelt worden, damit sie nicht im Rechenschaftsbericht der CSU auftauchte. Der damalige CSU-Generalsekretär Stoiber habe von den Geldflüssen über Dannecker gewusst. In diesem Zusammenhang zitiert das Magazin aus einem internen Vermerk der Firma Grundig, an die Stoiber sich gewandt habe, um den Ablauf einer Spende an die CSU zu organisieren. In dem Vermerk heißt es, der CSU-Generalsekretär habe darum gebeten, "die entsprechenden Maßnahmen über Herrn Rechtsanwalt Dr. Franz Dannecker abwickeln" zu lassen. Weiter heißt es: "Abwarten, bis Dr. Danneker durch ... Dr. Stoiber Mitteilung machen läßt, welcher Weg für die Zahlung eingeschlagen werden soll." Kurze Zeit später habe Grundig 800.000 Mark auf ein Anderkonto Danneckers gezahlt.

Quelle: RPO Archiv

 
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