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Düsseldorf
Zehn Fälle sexueller Gewalt in Flüchtlingsheimen

Düsseldorf. Flüchtlingsheime bieten vor allem Frauen und Kindern häufig keinen Schutz vor sexueller Gewalt. Das geht aus der Antwort von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor. In acht Einrichtungen wurden insgesamt zehn Sexualdelikte an Minderjährigen bekannt; neun der Kinder sind weiblich. Das jüngste Opfer, das im Kreis Höxter sexuell missbraucht worden sein soll, ist ein fünfjähriges Mädchen. Die Landesregierung wolle ein Gewaltschutzkonzept für Flüchtlingsunterkünfte erarbeiten, kündigte Jäger an. Geprüft würden auch Mindestanforderungen für den Schutz in den Einrichtungen. Sexuelle Übergriffe und Gewalt in Flüchtlingsunterkünften seien dem Innenministerium nur für die Einrichtungen unter Landesaufsicht bekannt, erklärte Jäger: "Zu den aktuell mehr als 2000 unter kommunaler Aufsicht stehenden Flüchtlingsunterkünften liegen der Landesregierung keine automatisiert recherchierbaren Daten vor."

In einer Flüchtlingsunterkunft in Konstanz kam es aus zunächst unklaren Gründen zu einer Massenschlägerei mit 40 Beteiligten. In Lörrach bei Freiburg prügelten sich 20 Menschen. Grund sei ein Streit um Geld gewesen, teilte die Polizei mit.

(dpa)