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Knapp zwei Monate nach den Selbstmord- Attentaten: Zehn Todesurteile für Anschläge in Casablanca

zuletzt aktualisiert: 13.07.2003 - 11:58

Casablanca (rpo). Ein marokkanisches Gericht hat im Fall der Selbstmord-Attentate in Casablanca gegen zehn islamistische Extremisten die Todesstrafe verhängt. Bei den Anschlägen vor zwei Monaten waren 44 Menschen ums Leben gekommen.

Gegen 21 weitere Angeklagte verhängten die Richter nach Presseberichten vom Sonntag Haftstrafen zwischen einem Jahr und lebenslänglich. Den Beschuldigten war vorgeworfen worden, der verbotenen Gruppierung "Salafia Jihadia" (Der wahre Heilige Krieg) anzugehören. Sie waren zwar vor den Anschlägen des 16. Mai festgenommen worden, sollen diese aber mit vorbereitet haben. Als einziger der Angeklagten habe der zum Tode verurteilte Anführer der Gruppe, Youssef Fikri alias "Blut-Emir" (25), gestanden, "Feinde Gottes" getötet zu haben. Die übrigen hätten ihre Unschuld beteuert.

Zwar ist die Todesstrafe in Marokko noch in Kraft, seit 1993 aber nicht mehr vollstreckt worden. Derzeit sitzen 64 Verurteilte in den Todeszellen. Menschenrechtsorganisationen befürchten in dem nordafrikanischen Königreich angesichts des Schocks durch die Anschläge vom Mai eine Repressionswelle gegen islamische Extremisten. Rund 200 Verdächtige wurden seither festgenommen.

Der große Prozess um die Selbstmordanschläge soll noch in diesem Monat in Casablanca beginnen. Vor Gericht müssen sich 28 Angeklagte verantworten, darunter die zwei mutmaßlichen Attentäter, die überlebten. Zehn weitere waren ums Leben gekommen.


 
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