Freilassung Abdullah Öcalans gefordert: Zehntausende Kurden demonstrieren friedlich in Düsseldorf
zuletzt aktualisiert: 25.06.2000 - 13:00Düsseldorf (dpa). Rund 25.000 Kurden aus ganz Europa sind am Samstag in Düsseldorf für die Freilassung des inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan auf die Straße gegangen. Auf einer Kundgebung forderten sie die Einhaltung der Menschenrechte und die Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei.
Die Demonstration war von der Förderation "Kurdischer Vereine in Deutschland" organisiert worden. Mit Fahnen, Transparenten, Musik und zahlreichen Familien in bunten Trachten hatte die im Vorfeld umstrittene Kundgebung den Charakter eines friedlichen Volksfestes. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben lediglich 26 Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Vereinsgesetz ein.
Sprecher kurdischer Initiativen wie der Kurdischen Demokratischen Volksunion bekräftigten den Willen der PKK zu Frieden. Deutschland und die europäische Union sollten die Türkei zu Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung des Kurdenproblems bewegen. Der vor rund einem Jahr auf der Gefängnisinsel Imrali zum Tod verurteilte Öcalan leide unter schweren gesundheitlichen Problemen und schlechten Haftbedingungen, berichtete ein Rechtsanwalt des Kurdenführers, Ahmet Avsar. Der Pariser Bischof Jacques Gaillot sagte, Öcalan bleibe für die Kurden ein Symbol des Widerstandes. Deutschland müsse das Verbot der PKK aufheben, forderte Günther Böhm von der Förderation kurdischer Vereine.
Zuvor waren die Teilnehmer - die Veranstalter sprachen von 80.000, die Polizei hingegen von 25.000 - in kilometerlangen Demonstrationszügen zum Ort der Kundgebung an den Rhein gezogen. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit bis zu 1 000 Beamten im Einsatz.
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