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Leiharbeit
Zeitarbeiter verdienen im Schnitt 1700 Euro im Monat

Berlin. Vollzeitbeschäftigte Leiharbeitnehmer verdienen im Durchschnitt rund 1700 Euro brutto pro Monat. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf schriftliche Fragen der Grünen-Abgeordneten Beate Müller-Gemmeke hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Von Birgit Marschall

"Im Jahr 2013 lag das mittlere monatliche Bruttoentgelt in Betrieben mit wirtschaftlichem Schwerpunkt in der Arbeitnehmerüberlassung bundesweit bei 1700 Euro", heißt es in dem Papier. Dabei sei zu beachten, dass "Helfertätigkeiten, die im Allgemeinen eine niedrigere Entlohnung mit sich bringen, in der Arbeitnehmerüberlassung deutlich überrepräsentiert" seien. Der Anteil der Helfer liege in der Zeitarbeit bei 52 Prozent, im Durchschnitt der Wirtschaft nur bei zwölf Prozent.

Der vergleichsweise geringe Durchschnittsverdienst ist von Bedeutung, weil Gewerkschaften und Opposition argumentieren, die Leiharbeit werde von Firmen missbraucht, um Löhne zu drücken. Die Grünen dringen auf gleiche Bezahlung vom ersten Tag an. Schwarz-Rot will in einem neuen Gesetz die gleiche Bezahlung jedoch erst nach neun Monaten vorschreiben. Die Höchstüberlassungsdauer soll auf 18 Monate begrenzt werden.

Die Mehrheit der über 800.000 Zeitarbeiter wird für deutlich kürzere Zeit entliehen, wie aus dem Papier hervorgeht. Demnach waren 54 Prozent der Leiharbeiter im zweiten Halbjahr 2014 für weniger als drei Monate beim Entleiher beschäftigt. Von der Begrenzung auf 18 Monate werden "nur wenige Leiharbeitskräfte profitieren, denn mehr als 50 Prozent sind bereits nach drei Monaten wieder arbeitslos", sagte Müller-Gemmeke. "Zudem besteht die Gefahr, dass Leiharbeitskräfte nach neun Monaten oder spätestens vor Ablauf der Höchstüberlassungsdauer entlassen werden."

(mar)
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