Mutmaßlicher SS-Verbecher: Zeuge im Malloth-Prozess: Angeklagter hat Häftling erschlagen
zuletzt aktualisiert: 02.05.2001 - 19:02München (rpo). Ein damaliger Widerstandskämpfer hat im Prozess gegen den mutmaßlichen NS- Verbrecher Anton Malloth (89)schwere Vorwürfe gegen den Angeklagten erhoben. Er habe aus geringer Entfernung gesehen, wie Malloth im Gestapo-Gefängnis "Kleine Festung Theresienstadt" einen jüdischen Häftling zu Tode geprügelt habe, sagte der 80 Jahre alte Zeuge aus Tschechien am Mittwoch dem Schwurgericht.
Malloth war von 1940 bis 1945 Aufseher in dem Gefängnis. Die Anklage wirft ihm drei Morde und einen Mordversuch in den Jahren 1943 bis 1945 vor.
Der Zeuge war vom Frühsommer bis Oktober 1944 in Theresienstadt inhaftiert. Zu dem geschilderten Vorfall sei es Anfang Oktober 1944 gekommen. Der jüdische Häftling habe sich dabei nicht wie vorgeschrieben zum Zählappell eingeordnet, sagte der Zeuge. Daraufhin habe Malloth ihm mit einem Stock rund 20 Mal auf Kopf und Schulter geschlagen. Beim letzten Schlag sei das Opfer zusammengebrochen.
Dem reglosen Mann habe Malloth dann weitere Schläge mit dem Stock versetzt. "Dann fing Malloth an, ihm mit den Stiefeln in die Rippen zu treten", sagte der Zeuge. Aus dem Mund des Opfers sei daraufhin viel Blut geflossen. Malloth habe den Mann als "Stinkjude" und "Judensau" beschimpft und gebrüllt, er solle wieder aufstehen. Als klar gewesen sei, dass der Mann tot war, habe Malloth angeordnet, ihn in die Leichenkammer zu bringen, sagte der Zeuge, der mehrmals in Tränen ausbrach.
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