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Kindersichere Automaten geplant: Zigaretten bald nur noch per Chip

zuletzt aktualisiert: 04.01.2001 - 22:11

Berlin (RP). Raucher können ihre Zigaretten künftig nur noch per Chip am Automaten ziehen. Damit reagiert die Industrie auf anhaltenden Druck der Gesundheitspolitik, die Kinder und Jugendliche vor dieser legalen Droge schützen will. Die Automatenindustrie habe "selbst eingesehen, dass es so nicht weiter geht", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Christa Nickels (Grüne) der "Rheinischen Post".

Noch in dieser Legislaturperiode werde die Abgabe von Nikotin an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Deutschland gesetzlich verboten, kündigte Nickels an.

Differenzen gebe es noch bei den Übergangsfristen für die Automaten-Umrüstung. Die Industrie habe inzwischen ein Chipkartensystem entwickelt um die Automaten vor Missbrauch zu schützen. Ein TÜV-Gutachten und ein Test mit tausend Automaten hätten gezeigt, dass dieses System funktioniere. Derzeit liefen Verhandlungen, Zigaretten nur noch über EC-Karten ziehen zu können.

Die These von Hasch als Einstiegsdroge sei eindeutig widerlegt. Drogensüchtige hätten in der Regel mit Nikotin begonnen. Nickels: "Je früher Kinder und Jugendliche zum Tabak oder zum Alkohol greifen, desto größer ist das Risiko abzurutschen." Deswegen müssten die Automaten "kindersicher" werden.

Die Drogenbeauftragte bestätigte, dass die Zahl der Rauschgifttoten erneut deutlich angestiegen ist. Abhilfe verspricht sie sich vom Modellversuch mit "heroingestützter Behandlung", der Mitte des Jahres in sieben deutschen Städten anlaufe. Der Drogenexperte der Union, Hubert Hüppe, nannte den dritten Anstieg der Todeszahlen in Folge "erschreckend". Leider falle Rot-Grün aber nichts anderes ein als ihre Lieblingsprojekte. Dabei sei die Heroinabgabe angesichts der Mehrfachabhängigkeiten völlig veraltet. "Den reinen Heroin-Fixer gibt es doch längst nicht mehr", sagte Hüppe unserer Zeitung. Vor den aktuellen Problemen verschließe die Regierung die Augen. Doch sei ein Warnsystem unerlässlich, um rechtzeitig auf neue Bedrohungen etwa durch Ecstasy und Crack reagieren zu können.

GREGOR MAYNTZ

Quelle: RPO Archiv

 
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