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München
Zschäpe will im NSU-Prozess morgen erstmals aussagen

München. Spektakuläre Wende im Münchner NSU-Prozess: Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe will ihr mehr als zweieinhalbjähriges Schweigen brechen, wie die Kanzlei ihres Verteidigers Mathias Grasel ankündigte. Am morgigen Mittwoch werde die mutmaßliche Neonazi-Terroristin vor dem Münchner Oberlandesgericht umfassend aussagen. Die 40-Jährige werde aber nicht selbst sprechen, sondern ihren Verteidiger Grasel ihre Aussage verlesen lassen, erklärte der Anwalt Hermann Borchert aus der Grasel-Kanzlei. Zum Inhalt der angekündigten Aussage machte er keinerlei Angaben.

Dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) werden unter anderem neun Morde an Migranten und die Ermordung einer Polizistin vorgeworfen. Zschäpe, die einzige Überlebende des Trios, steht seit Mai 2013 vor Gericht - zusammen mit vier Mitangeklagten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an allen Taten des NSU vor.

Der Münchner Nebenklage-Anwalt Yavuz Narin glaubt, dass Zschäpe bewusst geworden ist, dass Schweigen sie nicht weiterbringt: "Sie wird umfassend aussagen müssen, wenn sie eine besondere Schwere der Schuld vermeiden und erreichen möchte, dass sie irgendwann noch einmal in Freiheit kommt." Zschäpes Erklärung ist dem Vernehmen nach lang und enthält Details zu einzelnen Taten wie auch darüber, mit wem Zschäpe im Untergrund Kontakt hielt.

(dpa)
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