Krankenkassenverband: Zusatzbeiträge für 2011 nicht ausgeschlossen
zuletzt aktualisiert: 01.10.2010 - 11:33Berlin (RPO). Entgegen der jüngsten Schätzung des Bundesversicherungsamts schließt der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) Zusatzbeiträge für das kommende Jahr nicht aus. Verbandschefin Doris Pfeiffer sagte am Freitag, für 2011 sei zwar insgesamt von einer ausgeglichenen Finanzlage durch die Gesundheitsreform auszugehen. Die Situation bei den einzelnen Versicherungen sei allerdings sehr unterschiedlich.
So könnte es bei Kassen mit vielen Versicherten in überwiegend städtischen Regionen beispielsweise durch hohe Krankenhauskosten Finanzlücken auftreten. "Für diese Lücke braucht die Kasse dann einen Zusatzbeitrag", sagte Pfeiffer im rbb-Inforadio.
Das Bundesversicherungsamt hatte am Donnerstag in Bonn mitgeteilt, 2011 könnten voraussichtlich alle Ausgaben der Krankenkassen in Höhe von schätzungsweise 178,9 Milliarden Euro durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds gedeckt werden. Mit weiteren Zusatzbeiträgen der Versicherten ist demnach ab 2012 zu rechnen.
Das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), das System der Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenkasse attraktiver zu machen, lehnte AOK-Vizevorstandschef Jürgen Graalmann als nutzlos ab. "Vorkasse beim Arzt löst kein einziges Problem der GKV", sagte Graalmann der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). Vielmehr verunsichere das Verfahren die Patienten und schaffe "mehr Verwaltungsaufwand bei allen".
Der Vorsitzende des Ärzteverbandes Hartmannbund, Kuno Winn, sagte dem Blatt, die Ärzte wollten vom Patienten keine Vorkasse. "Das Prinzip der Kostenerstattung, bei dem der Patient eine Rechnung bei sozial abgefederter Eigenbeteiligung erhält, tragen wir mit", führte Winn aus. Der Patient solle aber erst bezahlen, wenn die Kasse die Kosten erstattet habe.
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