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Zagreb
Zweite Wahl in Kroatien innerhalb von zehn Monaten

Zagreb. Nach der Wahl der Kroaten im November 2015 bekam das Land eine der unfähigsten Regierungen seit der Unabhängigkeit vor 25 Jahren. Die lediglich fünfmonatige Amtszeit dieser Regierung war durchgehend gekennzeichnet von Machtkämpfen, Inkompetenz, Korruption und einer bizarren Glorifizierung der faschistischen Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg, wofür namentlich der nationalistische Kroatische Bund (HDZ) verantwortlich war. Von Rudolf Gruber

Dabei wollte der parteilose Regierungschef Tihomir Oreskovic das Land reformieren, das seit Juli 2013 EU-Mitglied ist und seit acht Jahren in einer hartnäckigen Wirtschaftskrise steckt. Aber der machtbesessene, extremnationalistische HDZ-Chef Tomislav Karamarko blockierte den weiteren Weg Richtung Europa. Auch Bozo Petrov, Juniorpartner der ungleichen Koalition und Anführer der Aufsteigerpartei Most (Brücke), erwies sich mit seinem Radikalidealismus als wenig konsensfähig.

Lediglich zehn Monate später müssen die Kroaten am kommenden Sonntag nun erneut an die Urnen. Diesmal sind die Voraussetzungen ganz anders: Mit dem neuen HDZ-Chef und Spitzenkandidaten Andrej Plenkovic, der im Juli Tomislav Karamarko ablöste, und Zoran Milanovic, Ex-Premier und Chef der Sozialdemokraten (SDP), treten zwei ebenbürtige Kandidaten an: Beide sind etwa gleichaltrig, Diplomaten mit internationaler Erfahrung, ergo europäisch orientiert, und vom Machtverständnis her eher Technokraten, die das Land voranbringen wollen.

Quelle: RP
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