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Überfahrenes Mädchen: Fahrerflucht aus Angst: Zweiter Fahrer wird fieberhaft gesucht

zuletzt aktualisiert: 21.01.2000

Holzminden (dpa). Panische Angst war nach Angaben der Polizei der Auslöser für die Fahrerflucht eines 30-Jährigen, der ein neunjähriges Mädchen in Stadtoldendorf (Kreis Holzminden) überfahren hat. Der geständige Autofahrer sei nach seiner vorläufigen Festnahme wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Polizei am Freitag mit.

Das Mädchen war am Mittwochabend nacheinander von drei Wagen erfasst und dabei getötet worden. Nach dem zweiten Fahrer werde noch gefahndet, hieß es am Freitag. Während dieser wie der 30-Jährige Fahrerflucht begangen hatte, hielt der dritte Unglücksfahrer an um zu helfen.

Gegen den am Donnerstag vorläufig festgenommenen 30-Jährigen aus Stadtoldendorf lägen nach dem Geständnis keine Haftgründe vor, teilte ein Polizeisprecher mit. «Ich habe den Anstoß bemerkt und einen Schatten zur Seite fliegen sehen», habe der Autofahrer ausgesagt. Dann habe er «panische Angst» bekommen und sei weiter gefahren. Das Mädchen habe er eigenen Angaben zufolge nicht gesehen.

Nach dem Unfall am Mittwoch waren zahlreiche Hinweise auf den roten Wagen des 30-Jährigen bei der Polizei eingegangen. Mit seinem Auto hatte er das Kind auf einer Kreuzung der Hauptdurchgangsstraße des Ortes erfasst und zu Boden geschleudert. Liegen gebliebene Spoiler-Teile passten zu seinem Fahrzeug.

Die bisherigen Ermittlungen und das Obduktionsergebnis ergaben, dass der Kopf der neunjährigen Regina auf die Motorhaube des Autos aufgeschlagen war. Vom zweiten Wagen wurde sie dann 25 Meter mitgeschleift. Zeugen wollen beobachtet haben, dass dieser zweite, noch flüchtige Fahrer mehrere hundert Meter hinter der Unfallstelle kurz angehalten habe und dann ebenfalls schnell weitergefahren sei. «Die Beschreibung dieses Autos wird immer vager», sagte Stille. Es werde von Zeugen als «silbergrau » oder «hell» beschrieben. «Vielleicht meldet sich dieser Fahrer ja noch freiwillig.» Der dritte Fahrer habe mit seinem Wagen vermutlich die Beine des Kindes überrollt und dann seinen Wagen gestoppt.

Mit «wissenschaftlicher Akribie» werde jetzt im Landeskriminalamt in Hannover die Kleidung des Mädchens nach Reifenspuren, Ölverschmutzung und abgesplittertem Autolack untersucht. Ob sich dabei klären lasse, von welchem der drei Autos dem Kind die tödlichen Verletzungen zugefügt wurden, sei ungewiss. «Die bisherigen Obduktionsergebnisse sagen nichts über die Reihenfolge der Verletzungen», berichtete die Polizei. Allein zehn Beamte einer Sonderkommission seien mit dem Fall beschäftigt.

Der Sprecher der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, Christian Gottfriedsen sagte, gegen den 30 Jahre alten Unglücksfahrer werde wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und des unerlaubten Entfernens vom Unfallort ermittelt.

Quelle: RPO Archiv

 
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