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Thailand: Rebellen besetzen Krankenhaus: Zwölf Männer nehmen rund 800 Geiseln

zuletzt aktualisiert: 24.01.2000
Die Männer legten Minen um die Klinik in der Stadt Ratchaburi, 95 Kilometer westlich von Bangkok. Weiter forderten die Geiselnehmer, dass thailändische Kommandeure bestraft würden, die in der vergangenen Woche einen Grenzübertritt der Rebellen mit Waffengewalt verhindert hätten. Sie versicherten, sie wollten ihre Geiseln nicht verletzen. "Wir wollen der Welt sagen, wie die Karen und die birmanischen Flüchtlinge während der Kämpfe leben", sagte einer der Geiselnehmer.

Innenminister Sanan, der die Verhandlungen leitete, erklärte, die Männer gehörten der so genannten Gottesarmee an. Andere Behördenmitarbeiter sagten, sie seien sich der Zugehörigkeit der Geiselnehmer nicht sicher. Der örtliche Rundfunksender Raum Choy Dauy Kan berichtete, die Geiselnehmer hätten damit gedroht, das Gebäude in die Luft zu jagen. Die Schulen in der Umgebung wurden geschlossen und Spezialeinheiten der Polizei in Stellung gebracht. Die Angreifer hatten an der Grenze einen Bus in ihre Gewalt gebracht und den Fahrer gezwungen, nach Ratchaburi zu fahren.

Der Militärchef der Region, Generaloberst Taweep Suwanashingha, versicherte, dass nicht bewaffnete Flüchtlinge für eine medizinische Behandlung nach Thailand kommen könnten. Die thailändische Armee würde die Rebellen nicht mehr beschießen. Allerdings würden keine Ärzte nach Birma geschickt. Auch könnten bewaffnete Männer nicht nach Thailand einreisen.

Die Polizei stand am Montag in Kontakt mit der Karen National Union (KNU), der übergeordneten Guerillaorganisation der Gottesarmee, die bei den Verhandlungen helfen soll. Im Krankenhaus wurden 600 Patienten und 200 Mitarbeiter festgehalten. Ministerpräsident Chuan Leekpai berief eine Sitzung des thailändischen Terrorismuskomitees ein. "Die Geiselnehmer sollten als eine terroristische Gruppe betrachtet werden", sagte Sicherheitsberater Prasong Soonsiri vor Journalisten.

Zwei Polizisten, die das Krankenhaus betraten, um die Forderungen der Geiselnehmer anzuhören, sagten dem Radiosender, sie seien aufgefordert worden, eine Stellungnahme der Männer im Fernsehen zu verlesen. Eine Krankenschwester, die über ein Mobiltelefon mit ITV sprach, erklärte, die Gruppe scheine sehr hungrig zu sein. "Die Männer gingen in die Kantine und verlangten Reis", sagte die Krankenschwester. Die Patienten wurden nach einem Fernsehbericht offenbar weiter behandelt.

Die etwa 200 Rebellen der Gottesarmee kämpfen im Grenzgebiet zwischen Thailand und Birma gegen die Militärregierung in Rangun. Angeführt werden sie von den zwölf Jahre alten Zwillingen Luther und Johnny Htoo, denen ihre Anhänger mythische Kräfte zuschreiben.

Mehr dazu:Stichwort: Die Gottesarmee

Quelle: RPO Archiv

 
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