Blutspendeverbot: Homosexuelle fühlen sich diskriminiert
VON DANIEL GEHRMANN - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 - 15:18Düsseldorf (RPO). Homo- oder bisexuelle Männer dürfen in Nordrhein-Westfalen kein Blut und keine Organe spenden. Das legen das Transfusionsgesetz und die zugehörige Hämotherapie-Richtlinie fest. Homosexuelle fühlen sich dadurch diskriminiert. Derzeit steht eine Überarbeitung der Regelung von 2005 an. Am Spende-Verbot dürfte sich indes nichts ändern.
Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) sieht darin eine Diskriminierung. „Man kann nicht eine ganze Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht stellen“, meint Pressesprecherin Renate Rampf vom LSVD in Berlin gegenüber unserer Redaktion. In den 80er Jahren, als der Nachweis von HI-Viren erst ein halbes Jahr nach der Infektion zuverlässig möglich gewesen sei, sei die Regelung berechtigt gewesen. „Mit den modernen Tests ist die Sicherheit bei Blutspenden jedoch wesentlich verbessert worden.“
Einige Länder lassen homosexuelle Spender zu
Russland, Italien und Spanien hätten Homosexuelle als Spender zugelassen, erklärt Rampf. In Schweden und England werde das diskutiert. „Dennoch muss man das Bedürfnis, jedes Risiko einer HIV-Infektion durch Blutspenden auszuschließen, ernst nehmen“, sagt Rampf. „Ich meine aber, dass man die Praxis der Spenden überdenken sollte. Dazu gehört insbesondere, die Fragen vor der Spende zu verbessern.“
Die Fragen, die potentielle Blutspender vor der Spende beantworten müssen, sind notwendig, um ein Risiko auch in der ersten Phase nach einer Infektion des Spenders auszuschließen. Denn die verwendeten Tests weisen nicht das Virus selbst, sondern die hiergegen gebildeten Antikörper im Blut nach. Bis sie entstehen, vergehen jedoch einige Wochen.
Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sieht die Lage dagegen unverändert. „Im April war in diesem Punkt jedenfalls noch keine Änderung der Richtlinie in Sicht“, erklärt Pressesprecher Friedrich-Ernst Düppe. Er betont, dass das DRK sich hier allein an den Vorgaben orientiere, die es erhalte. Nach einem Skandal um verseuchte Blutkonserven Mitte der 90er Jahre habe man nichts riskieren wollen. „Wenn man höchst mögliche Sicherheit will, muss man die Regelung so treffen, wie sie ist.“
Der Fragenkatalog, den jeder Spender ausfüllen muss, sei bereits so formuliert, dass auch Risikopersonen kein Blut spenden dürfen. Eine Diskriminierung Homo- und Bisexueller, die als Gruppe komplett ausgeschlossen werden, sieht Düppe nicht: „Wenn Sie sich zwischen 1980 und 1996 in Großbritannien aufgehalten haben, dürfen Sie wegen eines möglichen BSE-Risikos auch nicht spenden“, so argumentiert er.
Eine Frage der Sicherheit
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das die Hämotherapie-Richtlinie erarbeitet hat, verweist wie Düppe auf die hohen Ansteckungsraten gerade bei Homosexuellen. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts von 2008 weist für die Jahre 2001 bis 2007 einen steilen Anstieg der Kurve der Neuinfektionen bei dieser Gruppe auf. „Jeder, der ein riskantes Sexualverhalten an den Tag legt, sollte als Spender ausgeschlossen werden“, erklärt die Pressesprecherin des PEI, Susanne Stöcker. Das gelte unabhängig von der sexuellen Orientierung. „Sicherheitshalber muss man homo- und bisexuelle Männer als Spender komplett ausschließen, soweit sich bei den Neuinfektionsraten dieser Gruppen nichts ändert.“
Der Ausschluss homo- und bisexueller Männer führt laut Düppe auch nicht zu einem Engpass bei Blutkonserven. „Derzeit spenden weniger als drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland regelmäßig Blut. Wir würden uns fünf bis sechs Prozent wünschen.“ Das könne jedoch kein Grund sein, die Sicherheit bei Blutspenden zu reduzieren. „Ich sehe da auch keine Notwendigkeit: Es gibt ein großes Reservoir“, erklärt Düppe. Allerdings räumt er ein, dass Homosexuelle, die bis 1980 als Blutspender zugelassen waren, „sicher stärker engagiert“ seien als andere gesellschaftliche Gruppen. Hier gehe es eben um die Sicherheit der Empfänger von Blutkonserven.
Sie überdramatisieren: Es ist nur ein schmales Zeitfenster, in dem der Test nicht sicher funktioniert, da dann die Virenlast sehr gering ist, auch ncoh ein geringes Ansteckungsrisiko, und...
Also lieber fast sicher in 6 oder 12 Monaten sterben als ganz vielleicht in 10 oder 20 Jahren? Ich glaube, damit kann man Sie getrost aus dem Kreis der logisch denkenden raus, oder in die...
Bald ist Westerwelle mit in der Regierung dann ist Schluss mit dem Blödsinn.
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