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erstellt am: 26.6.2010
 

Bürgerliches Kraftpaket

VW Golf GTD

Von Stefan Klüttermann
VW hat nun nach zwei Golf-Generationen Pause mit dem neuen GTD eine Symbiose aus sportlichem Kraftprotz und angenehm unauffälliger sowie sparsamer Funktionalität geschaffen.

VW Golf GTD / Baujahr 2010

Der sportliche Golf GTD verbindet den Wunsch nach Beschleunigung mit dem ruhigen Gefühl eines sparsamen Wagens für den Alltag.

Bilder 
 

Karosserie

Mit dem Golf GTD ist es etwa so wie mit den Grünen. Auf ihrem Weg von den 80ern bis heute sind beide im gutbürgerlichen Milieu angekommen. Die Anhänger beider bewahren sich aber dennoch weiterhin das Gefühl einer gewissen Revoluzzer-Attitüde. VW hat nun nach zwei Golf-Generationen Pause mit dem neuen GTD eine Symbiose aus sportlichem Kraftprotz und angenehm unauffälliger sowie sparsamer Funktionalität geschaffen.
Der fast schüchtern wirkende Heckspoiler, die Leichtmetallräder, das verchromte Doppelendrohr und der Kühlergrill in Wabenstruktur tragen zum Effekt einer harmonischen Schärfe des Fünftürers bei.
 

Fahrleistung

170 Pferdestärken bringt das Dieselaggregrat des schneidigen Kompakten mittlerweile auf die Straße – 100 mehr als der Ur-GTD von 1982. Dass diese Power auch auf die Straße will, merkt der Fahrer schon beim Schalten vom ersten in den zweiten Gang, wenn selbst das behutsame Loslassen der Kupplung einen unnachgiebigen Anzug des Fronttrieblers nicht verhindert. Schließlich kann der Golf die 100-km / h-Marke ja auch in 8,1 Sekunden passieren. Das Sechs-Gang-Getriebe schaltet sich etwas ruckelig, einmal im oberen Gang angekommen, bleiben aber selbst dort die Geräusche des Zweiliter-Motors angenehm leise. Auch knapp unter der angegebenen Maximalgeschwindigkeit von 222 km/h hat man nicht das Gefühl, dass die Maschine schon bald an ihre Grenzen stoßen könnte. Weiter positiv zu vermerken ist die Straßenlage bei jeder Geschwindigkeit.
Der Wolfsburger präsentiert sich in den Kurven traktionsstark und spurtreu und gibt im Vergleich zu manchem Konkurrenzmodell nur wenige Schläge vom Straßenbelag an den Fahrer weiter. Dieser hat – wenn er nicht gerade eine zierliche Hüfte besitzt – schon eher Probleme mit dem körperbetonten Schnitt der Sportsitze, die kaum Bewegungsfreiheit lassen .
 

Ausstattung

Der Golf kann mit 350 Liter Kofferraum-Volumen eines der größten Stauraumangebote seiner Klasse vorweisen. Weitere Aspekte, mit denen der GTD im Klassement „Funktionalität“ punkten kann, sind die Klimaanlage, der ParkPilot mit akustischem Warnsignal bei Hindernissen (Extra) oder das Multimedia-System in bewährter VW-Manier – Golf-Standard halt, mag mancher sagen.

 

Wirtschaftlichkeit

Der als „GTI unter den Dieseln“ vom Hersteller angepriesene Direkteinspritzer – die Unterschiede beider Modelle im Design sind minimal – befindet sich schließlich auch in Sachen Verbrauch mit 5,6 Litern auf 100 Kilometern auf der Höhe der Zeit. Das alles hat natürlich seinen Preis: 27.475 Euro muss der Kunde auf den Tisch legen, um den GTD in der Basis-Version sein Eigen nennen zu können – 825 mehr als für die GTI-Variante. Sind ein paar – fast schon notwendige Sonderausstattungen – gewünscht, sind auch schnell einmal 35.000 Euro fällig.
 

Bewertung

Charme: +++
Spaßfaktor: ++++
Wohlgefühl: ++++
Stärken: sportliches Fahren, hoher Komfort, viel Platz
Schwächen: unbequeme Sitze
 

Auf einen Blick

Hubraum 1968 ccm
Leistung 125 / 170 kW/Ps
max. Geschwindigkeit 222 km/h
Beschleunigung 8,1 sek.
Länge/Breite/Höhe 4213 / 1786 / 1469 mm
Radstand 1469 mm
Kofferraum 350 - 1305 l
Testverbrauch 5,6 l D
CO2-Ausstoß 134 g/km
Preis 27.475 EUR

 

Fazit

Wer überholte Bedenken gegen ein Dieselauto überwunden hat, findet im Golf GTD einen sportlichen Untersatz mit Alltagstauglichkeit.

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