erstellt am: 17.7.2010
Kult-Roadster aus Japan
Mazda MX-5
Von Thorsten Breitkopf
Mazda MX-5 / Baujahr 2010
Der reinrassige und preiswerte
Mazda MX-5 begeisterte vor 20 Jahren die
Cabrio-Fans. Zum Geburtstag gibt’s ein Sondermodell.
Bilder
Karosserie
Als Mazda im Herbst 1989 den ersten MX-5 vorstellte, galt die Gattung der kleinen Roadster als ausgestorben. Die Sicherheitsvorschriften in vielen Ländern der Erde, insbesondere in den USA, erlaubten keine Cabriolets ohne Überrollbügel. Wer offen unterwegs sein wollte, musste den hässlichen Balken hinter den Sitzen in Kauf nehmen, wie damals etwa beim Golf I oder beim Kadett von Opel. Erst ab Preisen weit über 100.000 Mark gab es Flitzer aus dem Hause Porsche oder Mercedes, die kaum sichtbare, automatisch ausklappende Sicherheitsbügel hatten.
Dabei war es nicht das Ziel, mit dem MX-5 das große Geld zu verdienen. Mazda versuchte damals, in den USA Fuß zu fassen. Die Autos der Japaner galten als preiswert, solide und zuverlässig. Doch einiges fehlte den Wagen aus Nippon: Charisma, Charme und Witz. In der Wahrnehmung der Kunden wirkten sie unglaublich farblos.
Fahrzeugentwickler Toshihiko Hirai sollte das Image der Brot-und-Butter-Marke aufpolieren – und zwar mit einem schicken, kleinen Roadster. In kürzester Zeit entwickelte er den MX-5. Mit nur zwei Sitzen, fast keinem Kofferraum und einem Gewicht, das ihn auch bei wenig PS schon sportlich um die Kurven zirkeln ließ, startete der Flitzer 1990. Zielmarkt war vor allem Kalifornien, ein Land wie geschaffen für die Fahrt im wendigen Cabriolet. Als Vorbild diente ein längst nicht mehr produzierter Roadster der britischen Sportwagenschmiede Lotus. Gerade einmal 5000 Autos sollten pro Jahr gebaut werden. Doch der MX-5, der in den USA Miata heißt, wurde unerwartet zum Kassenschlager. Am Ende des ersten Produktionsjahres hatten bereits mehr als 140.000 Nippon-Roadster das Mazdawerk verlassen.
Die MX-5-Anhänger liebten besonders die an Schlafaugen erinnernden Klappscheinwerfer. Die gab es sonst damals nur im Porsche 944, der aber ein Vielfaches kostete. Die Konkurrenz zog mit dem Roadsterkonzept nach: Fiat Barchetta, MG-F, BMW Z3 oder Mercedes SLK. Doch an den Erfolg des kleinen Japaners konnte so recht niemand anknüpfen. Die teureren Modelle von BMW und Co. haben sich auf dem Markt gehalten. Die preiswerteren wurden dagegen längst wieder eingestellt. Nur der Ur-Vater der Billig-Zweisitzer, der MX-5, ist bis heute geblieben.
Zum zehnten Geburtstag im Jahr 2000 wurde der MX-5 gründlich überarbeitet. Die Klappscheinwerfer wurden aus Sicherheitsgründen gegen normale Scheinwerfer ausgetauscht, was die MX-Fans gar nicht gerne sahen. Dennoch wurde auch die zweite Generation weltweit ein Erfolg. 2005 kam die dritte Reihe mit ausgestellten Kotflügeln und wahlweise auch mit einem beweglichen Metallverdeck.
Zum 20. Geburtstag bringt Mazda nun das Jubiläumsmodell auf den Markt. Die Serie ist auf 2000 Fahrzeuge limitiert und ausschließlich in den Farben Rot, Weiß oder Blau lieferbar. Für rund 22.000 Euro bietet der „20th Anniversary“ alles, was man als Cabrioliebhaber braucht. 17-Zoll-Alufelgen und viel Chrom heben das Modell von seinen Brüdern ab.
Komfort / Bedienung
Der aktuelle MX-5 ist straff gefedert. Das Verdeck ist binnen Sekunden und einhändig zu öffnen. Nach hinten geworfen, rastet es hinter den Sitzen ein. Eine Persenning ist überflüssig. Wer kein Problem damit hat, nicht mehr als eine Handtasche und eine Wasserkiste in dem winzigen Kofferraum transportieren zu können, für den ist der aktuelle MX-5 ein preiswertes Spaßauto.
Bewertung
Charme: ++++
Spaßfaktor: +++++
Wohlgefühl: ++
Stärken: niedriger Preis, einfach zu öffnendes Verdeck
Schwächen: winziger Kofferraum
Auf einen Blick
| Hubraum |
1798 ccm |
| Leistung |
93 / 126 kW/Ps |
| max. Geschwindigkeit |
194 km/h |
| Beschleunigung |
9,9 sek. |
| Länge/Breite/Höhe |
4020 / 1720 / 1245 mm |
| Radstand |
2330 mm |
| Kofferraum |
150 l |
| Testverbrauch |
7,6 l S |
| CO2-Ausstoß |
167 g/km g/km |
| Preis |
22.000 Euro EUR |